Ernest Chausson: Le Roi Arthus

Richard Wagners «Tristan und Isolde» lässt grüssen! Doch trotz grossem Vorbild hat Ernest Chaussons kaum je aufgeführte Oper «Le roi Arthus» ihren nicht absprechbaren Reiz.

Und bei der Aufführung diesen Mai in Paris sorgte zudem ein illustres Ensemble für Interesse: Thomas Hampson in der Königsrolle, der seine verführerische Gattin (Geniève, gesungen von Sophie Koch) mit seinem besten Freund teilen muss (Roberto Alagna als Lancelot). Die Konstellation erinnert an Wagners Beziehungsdreieck König Marke-Tristan-Isolde, und auch musikalisch steht die Musik des Franzosen im Bannkreis des grossen deutschen Vorbilds.

Doch warum ist das Stück dennoch spannend? NZZ-Kritiker Peter Hagmann hat es anlässlich einer früheren Aufführung einmal so charakterisiert: «Das Déjà-vu ist von so virtuosem Raffinement und derart ausgeprägter Individualität, dass man sich als Zuhörer in einem Wachsfigurenkabinett wähnt, das man mit lustvoller Neugierde durchstreift stets auf der Hut, aber nie gefeit vor überraschenden Begegnungen mit alten Bekannten.»

Chor und Orchester der Opéra National de Paris
Philippe Jordan, Leitung
Thomas Hampson, Bariton (Arthus)
Sophie Koch, Mezzosopran (Geniève)
Roberto Alagna, Tenor (Lancelot)
Stanislas de Barbeyrac, Tenor (Lyonnel)
Peter Sidhom, Bariton (Merlin)
Alexandre Duhamel, Bass (Mordred)
François Lis, Bass (Allan)
Cyrille Dubois, Tenor (Arbeiter)
Tiago Matos, Bass (Ritter)
Ugo Rabec, Bass (Stallmeister)

Aufführung vom 28. Mai und 2. Juni 2015, Opéra Bastille, Paris

Redaktion: Gabriela Kaegi