Festival Zwischentöne: Fugen, Fantasien, Gedichte aus Engelberg

Einmal im Jahr öffnet sich der historische Festsaal des Klosters Engelberg dem Publikum, für ausgesuchte Kammermusik am Festival «Zwischentöne». Zu den Gästen des Merel Quartetts gehörte im Oktober 2017 die Schauspielerin Friederike Wagner, die es verstand, atemlose Stille zu erzeugen.

Wenn sie Gedichte wie Paul Celans «Todesfuge» oder «Die gestundete Zeit» von Ingeborg Bachmann rezitierte, verdichtete sich die Stimmung im Saal spürbar auf die Stille zur folgenden Musik hin. Und ob das englische Castalian String Quartet eine hingehuschte «Flüsterfuge» spielte oder der Cellist Raphael Rosenfeld mit dem Solostück «Aus den Fugen» brillierte – stets war das Bestreben aller Beteiligten spürbar, eine eindringliche, zutiefst menschliche Botschaft zu überbringen.

Komplexe Musik und bildkräftige, auch klangvolle Sprache im Austausch – eine melancholisch-lyrische Stunde der Meditation, die kaum passender hätte platziert werden können als an diesem Ort.

Franz Schubert: Fantasie f-Moll für Klavier zu vier Händen D 940
Robert Schumann: Fuge für Klavier op. 72 Nr. 1
Heinz Holliger: Flüsterfuge für Streichquartett
Dmitri Schostakowitsch: Fuge für Klavier op. 87 Nr. 2
Gideon Klein: Fuge für Streichquartett
Thomas Demenga: Aus den Fugen für Cello solo
György Kurtag: Nebelkanon aus «Jatekok» für Klavier zu vier Händen
Dmitri Kabalewski: Fuge op. 61 («About a Hero»)
Giuseppe Verdi: Scherzo fuga. Allegro assai mosso, aus dem Streichquartett e-Moll
Robert Schumann: Fuge für Klavier op. 72 Nr. 3
sowie Gedichte von Paul Celan, Nelly Sachs und Ingeborg Bachmann
Ernst von Dohnányi: Klavierquintett Nr. 2 Es-Dur op. 26

Merel Quartett
Castalian String Quartet
Claudio Martinez Mehner & Dominik Chamot, Klavier
Friederike Wagner, Rezitation

Ausschnitte aus Konzerten vom 28. Oktober 2017, Kloster Engelberg

Das Konzert steht bis 30 Tage nach Sendedatum zum Nachhören zur Verfügung.

Moderation: Andreas Müller-Crepon, Redaktion: Andreas Müller-Crepon