Klein und doch gross: Gioacchino Rossinis Petite Messe solennelle

Er war bereits 70 Jahre alt und blickte auf ein schillerndes Leben als Opernkomponist und Lebemann zurück, als Gioacchino Rossini im Auftrag eines gräfischen Paares eine Messe komponierte.

Rossini nannte sein Werk «Petite Messe solennelle», was angesichts der Spieldauer von ca. 90 Minuten leicht untertrieben war. Doch nicht genug der Ironie: Er versah die Messe mit einer Widmung an den «lieben Gott», in der er sich zwar nicht gerade für seine Vorliebe zur Opera buffa entschuldigt, diese jedoch offenherzig deklariert, in dem er schrieb: «Ich bin für die Opera buffa geboren!».

Entstanden ist eine aussergewöhnliche Messe, der man die Opernvergangenheit ihres Komponisten anhört . Am Lucerne Festival wird die Urfassung von 1863 mit der ungewöhnlichen Besetzung von Chor, zwei Klavieren und einem Gesangsquartett aufgeführt.

Den Sopranpart singt die junge Luzerner Sopranistin Regula Mühlemann. Die noch nicht mal 30 Jahre alte Sopranistin erobert seit dem vergangenen Jahr mit grossem Erfolg eine Opernbühne nach der andern. Aktuell singt sie an der Opéra Bastille in Paris die Rolle der Papagena.

Regula Mühlemann, Sopran
Marianna Pizzolato, Mezzosopran
Dominik Wortig, Tenor
Mika Kares, Bass
Chor des Bayerischen Rundfunks
Max Hanft, Harmonium
Klavierduo Yaara Tal & Andreas Groethuysen
Leitung: Howard Arman

Konzert vom 13. April 2014, KKL Luzern