Kompromisslos: Letzte Quartette von Schubert und Schostakowitsch

15 Streichquartette komponierte Dmitri Schostakowitsch, ebenso viele hat Franz Schubert vollendet. Die je beiden letzten Quartette dieser Komponisten spielt das Belcea Quartett in diesem Konzert aus Genf.

Das Ensemble rund um die Geigerin Corina Belcea ist bekannt für seine intensiven Interpretationen. Und als intensiv könnte man auch die beiden Werke bezeichnen, die aufgeführt werden. Oder auch als kompromisslos.
Der todkranke Schostakowitsch schrieb 1974 sechs Adagio-Sätze, die aneinandergehängt erklingen. Das ist nicht einfach eine langsame Musik, sondern ein intensiver Blick nach innen, eine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit.
Schubert hingegen wusste nicht, dass das G-Dur Quartett sein letztes werden würde. Und doch sprengte er damit alle (damals) geltenden Richtlinien: In Bezug auf die Länge, die Intensität, die instrumentalen Ansprüche. Schubert und Schostakowitsch: Zwei grosse Komponisten mit zwei grossen Quartetten.

Franz Schubert: Streichquartett Nr. 15 G-Dur D 887
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 15 es-Moll op. 144

Belcea String Quartet:
Corina Belcea, Violine
Axel Schacher, Violine
Krzysztof Chorzelski, Viola
Antoine Lederlin, Violoncello

Konzert vom 2. März 2017, Haute École de Musique, Genève

Redaktion: Gabriela Kaegi