Musikalische Glut aus der Zürcher Tonhalle

Viel Applaus und Bravos für den Komponisten Dieter Ammann. Sein neues Orchesterstück «glut» ist extrem dicht gewoben, bietet aber klangschöne Üppigkeit und Spannung.

«Keine Sekunde Leerlauf» versprach schon das Programm im Voraus, mit einem lobenden Zitat über den Komponisten. Und in der Tat: Das riesig besetzte Tonhalle Orchester war gut beschäftigt mit dem Umsetzen der komplexen Partitur. Das englische Wort «glut» steht für «Fülle», und dass diese Fülle dann auch zu glühen begann, war das Verdienst des engagierten Orchesters und des deutschen Gastdirigenten Markus Stenz.

Nicht weniger intensiv, klanglich ausgewogen und virtuos dazu gelang der Auftritt von Nils Mönkemeyer als Solist im späten, mitunter sperrigen Bratschenkonzert von Béla Bartók. Besonders im langsamen Satz konnte er seine lyrischen Qualitäten voll ausspielen. Und mit einer expressiv ausgeschmückten Bach-Sarabande als Zugabe bedankte er sich dann auch beim Zürcher Publikum für den reichlichen Applaus.

Dieter Ammann: «glut» für Orchester (UA, Oeuvre Suisse #25)
Béla Bartok: Konzert für Viola und Orchester
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Tonhalle-Orchester Zürich
Markus Stenz, Leitung
Nils Mönkemeyer, Viola

Konzert vom 11. Mai 2016, Tonhalle Zürich