Patricia Kopatchinskaja spielt Schumann

Schumanns Violinkonzert ist ein problembeladenes Werk: Johannes Brahms schätzte es weniger, Patricia Kopatchinskaja dafür umso mehr.

Das Violinkonzert ist das letzte Werk, das Robert Schumann 1853 vor seiner Einlieferung in die Nervenheilanstalt komponiert hat. Und Johannes Brahms war mitverantwortlich dafür, dass Schumanns Konzert für Jahrzehnte in der Versenkung verschwand.

Dabei ist die Musik weder schwach noch gezeichnet vom Wahnsinn. Und auch nicht einfach gut oder böse, wie die Geigerin Patricia Kopatchinskaja sagt.

Das Konzert ist für jeden Solisten eine Herausforderung, weil es schwer zum Klingen zu bringen ist. «Geschrieben gegen das Instrument, aber für den Geist, für den Triumph», meint Kopatchinskaja. Und es sei auch eines der herzzerreissendsten Stücke, die sie je gespielt hat, meint die Geigerin: «Der langsame Satz ist ein Abschiednehmen von Clara, und manchmal denke ich, es ist ein Verbrechen, das öffentlich zu spielen. So sehr zielt diese Musik ins Private».

Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a
Robert Schumann: Violinkonzert d-Moll WoO 23
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 «Rheinische»

Orchestra of the Age of Enlightenment
Marin Alsop, Leitung
Patricia Kopatchinskaja, Violine

Konzert vom 6. Februar 2016, Royal Festival Hall, London

Redaktion: Gabriela Kaegi