«Pelléas», Claude Debussys Meisteroper

Die einzige vollendete Oper von Claude Debussy ist ein Jahrhundertwerk: Eine mit subtilsten Mitteln geschaffene Liebesgeschichte, die an sich schon subtil ist.

Das Angedeutete, nicht offen Gezeigte zieht sich durch bei «Pelléas et Mélisande». So weiss etwa niemand in der Oper, woher die geheimnisvolle Mélisande eigentlich stammt. Und wie verloren wirken auch immer wieder die anderen Figuren. Nicht nur, wenn sie sich gerade im Wald verirrt haben.
Das Offene ist auch musikalisch im Gesangsstil des Stücks zu finden, der mäandrierend klingt. Fast wie ein ununterbrochenes Rezitativ.
Diese Art zu komponieren war ein Befreiungsschlag für die Musik anfangs des 20. Jahrhunderts. Heute vor 100 Jahren starb Claude Debussy, doch lebendig bleiben Werke wie diese Oper.

Claude Debussy: Pelléas et Mélisande. Oper in 5 Akten

Chor und Orchester der Wiener Staatsoper
Alain Altinoglu, Leitung
Olga Bezsmertna, Sopran (Mélisande)
Adrian Eröd, Bariton (Pelléas)
Simon Keenlyside, Bariton (Golaud)
Bernarda Fink, Alt (Geneviève)
Franz-Josef Selig, Bass (Arkel)
Maria Nazarova, Sopran (Yniold)
Marcus Pelz, Bass (Arzt)
Andreas Bettinger, Bariton (Pelléas' Vater)

Aufführung vom Juni 2017, Wiener Staatsoper

Die Oper steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Norbert Graf