Quer durch die Geschichte der musikalischen Passion

Luther und die musikalische Passion: Das ist nicht nur eine enge, sondern auch eine folgenreiche Beziehung.

Für Martin Luther war es ein Grundsatz, dass die Geschichte der Leidenserzählung Jesu für alle erfahrbar sein muss. So ist seine deutsche Bibelübersetzung so sprachkräftig, dass sie die Komponisten anregte.

Für Luther war auch klar, dass dabei eine organische Einheit zwischen deutscher Sprache und ihrer Musikalisierung entstehen muss: «Es muss beides, Text und Noten, Akzent, Weise und Gebärde aus rechter Muttersprach und Stimme kommen, sonst ist's alles ein Nachahmen, wie die Affen tun.»

Johann Walter (1496-1570) ist der protestantische Urkantor in Luthers Sinn. Seine Passionsvertonung eröffnet denn auch den Reigen der musikalischen Passions-Erzählungen, die in diesem Konzert (in Ausschnitten) nicht nur die bekannten Werke berücksichtigt, sondern auch im 19. und 20. Jahrhundert fündig wird.

Ausschnitte aus:
Johann Walter: Deutsche Passion nach Matthäus
Heinrich Schütz: Lukas-Passion
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion
Georg Friedrich Händel: Brockes-Passion
Carl Philipp Emanuel Bach: Matthäus-Passion
Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Felix Mendelssohn: Christus. Oratorium
Carl Loewe: Kleine Passionsmusik
John Stainer: The Crucifixion
Charles Wood: St Mark Passion
Sofia Gubaidulina: Johannes-Passion
Arvo Pärt: St John Passion
James MacMillan: Seven Last Words for the Cross
Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion

City of London Sinfonia
BBC Singers
Sofi Jeannin, Leitung
Christopher Bowen, Tenor (Evangelist)
Thomas Elwin, Tenor (Arien)
David Shipley, Bass

Konzert vom 20. August 2017, Royal Albert Hall, London (BBC Proms)

Dieses Konzert steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Moderation: Andreas Müller-Crepon, Redaktion: Norbert Graf