Unbekannte tschechische Musikwelt

Antonin Dvorak und seine tschechischen Komponistenkollegen werden gewiss nicht selten aufgeführt. Und doch gibt es noch immer etwas zu entdecken.

Etwa die Rhapsodie op. 14, die Dvorak in jungen Jahren komponierte, die aber erst anfangs des 20. Jahrhunderts erstmals aufgeführt wurde. Dvorak, ein reich mit melodischer Einfallskraft gesegneter Mensch, schafft hier eine mitreissende musikdramatische Erzählung. Und auf einer wirklichen Erzählung, nämlich einem Theaterstück, beruht Josef Suks Märchen op. 16: Es erzählt von der Liebe und Treue zweier jungen Menschen und giesst ebenfalls ein musikalisches Füllhorn typisch tschechischer Klänge aus, inklusive Polka-Ausgelassenheit.

Etwas anders dann die beiden Klavierkonzerte von Bohuslav Martinu: Der Exil-Tscheche bringt auch dunklere Klänge in die volkstümliche Fröhlichkeit, so in seinem 1948 komponierten 3. Klavierkonzert bzw. im einige Jahre früher entstandenen Doppelkonzert.

Antonin Dvorak: Rhapsodie a-Moll op. 14
Bohuslav Martinu: Klavierkonzert Nr. 3
Josef Suk : Pohadka (Märchen) op. 16
Bohuslav Martinu: Konzert für zwei Klaviere

Radio-Sinfonieorchester Prag
Tomas Brauner, Leitung
Martin Kasik, Klavier
Daniel Wiesner, Klavier
Miroslav Sekera, Klavier
Vlastimil Kobrle, Violine

Konzert vom 14. Dezember 2015, Rudolfinum, Prag

Redaktion: Patricia Moreno