Von Hollywood nach Pankow – Hanns Eisler und die Frauen

Von den Nazis ins amerikanische Exil gezwungen, aus den USA als «Karl Marx der Musik» ausgewiesen, in der DDR des Formalismus verdächtigt: Auf seiner Reise durch das 20. Jahrhundert landete Hanns Eisler, Zwölftonkomponist der ersten Stunde und Brecht-Vertoner, meistens zwischen Stuhl und Bank.

Dabei hatte Eisler brillanter Kahlkopf auf kugelrunder Figur das Glück, an seiner Seite ebenso schöne wie intelligente und tatkräftige Frauen zu haben: Charlotte Demant, Louise «Lou» Gosztonyi und Steffy Peschl, um nur die wichtigsten zu nennen.

In seinen erst seit kurzem zugänglichen Briefen lernen wir Eisler als äusserst spontanen Menschen kennen, gleichermassen vehement in seiner Liebe wie in seinen Abneigungen. «Von Hollywood nach Pankow» verknüpft Briefmaterial mit Liedern zu einem musikszenischen Abend, in dem über die Persönlichkeit Hanns Eislers hinaus ein Zeitalter der Extreme erfahrbar wird.

Der Schauspieler Helmut Vogel verkörpert Eisler sprechend, singend und klavierspielend und lässt das Publikum am rauen Charme und glitzernden Esprit des kleinen jüdischen Komponisten mit dem grossen Herzen teilhaben.

Von Hollywood nach Pankow, ein musikszenischer Eisler-Abend
Mit Graziella Rossi, Helmut Vogel und Anna von Schrottenberg, Spiel und Gesang
Heinrich Mätzener, Klarinette
Christoph Keller, musikalische Leitung und Klavier
Aufnahme vom 27. Januar 2013 aus dem Cabaret Voltaire, Zürich

Redaktion: Moritz Weber