W. A. Mozart: La Betulia liberata. Oratorium KV 118

Mozart muss ein selbstbewusster Teenager gewesen sein, sonst hätte er nicht just die biblische Geschichte von Judith und Holofernes zur Vertonung ausgewählt, als er auf seiner Italienreise in Padua Halt machte der Stoff war auch bei anderen Komponisten begehrt.

Der Italien-Auftritt hat Mozart aber auch gehörig Auftrieb gegeben: In Mailand erlebte der 15-Jährige mit seiner Oper «Mitridate, Rè di Ponto» einen Sensationserfolg, und auch in Padua machte der junge Mann Eindruck. Der Adel wollte ihn nicht nur im Konzert hören, sondern beauftragte ihn auch mit einem Oratorium: «La Betulia liberata» nach dem Libretto von Pietro Metastasio.

Mozart steht in dieser «Azione sacra» einerseits noch mit einem Fuss in der barocken Musiktradition die Affekte wechseln sich ab wie die Arien und Rezitative. Doch auch das eigene musikdramaturgische Empfinden blitzt hervor, und Mozart wagt es, die Starre Da-Capo-Form zum Wohle des dynamischen Ausdrucks zu durchbrechen.

Für seine musikalische Dynamik ist auch das belgische Barockorchester BRock bekannt, das Nomen est omen auch schon mal wie eine hervorragend geölte Maschine laufen kann, wie es eine Kritikerin einmal formuliert hat.

W. A. Mozart: La Betulia liberata. Oratorium KV 118

Roberta Invernizzi, Sopran (Amital)
Silvia Frigato, Sopran (Cabri)
Loriana Castellano, Mezzosopran (Carmi)
Sonia Prina, Alt (Giuditta)
Anicio Zorzi Giustiniani, Tenor (Ozia)
Gianluca Buratto, Bass (Achior)
Philharmonischer Chor Wroclaw
Orchester B'Rock
Corrado Rovaris, Leitung

Konzert vom 11. September 2013, Kathedrale St. Maria Magdalena, Wroc?aw, am Festival «Wratislavia Cantans»

Redaktion: Moritz Weber