Bäckermöhli Zug

Brauchtum

Bei der Bäckermöhli fliegen die Orangen und Mutschli wortwörtlich durch die Luft. Am letzten Mittwoch im Januar findet dieser Fasnachtsbrauch in der Stadt Zug traditionell statt. Er geht zurück auf die Zunft der Bäcker und Zuckerbäcker und ist bei den Zuger Kindern äusserst beliebt.

Obwohl auch süsse Naschereien ausgeteilt werden, sind die Mutschli bei der Bäckermöhli am begehrtesten.
Bildlegende: Obwohl auch süsse Naschereien ausgeteilt werden, sind die Mutschli bei der Bäckermöhli am begehrtesten. Pixelio

Nach dem Zunftmahl werfen am Nachmittag die aktiven Zünfter Brötchen, Guetsli und Orangen von zwei Standorten in der Zuger Altstadt aus ins Publikum. Dieses besteht vor allem aus Familien mit Kindern. Unter lautem «Bäckermöhli, Bäckermöhli, Bäckermöhli» nehmen sie die Leckereien in Empfang.

Am begehrtesten aber sind die Mutschli - eine spezielle Brötchensorte - von denen pro Jahr alleine für die Bäckermöhli 3000 Stück hergestellt werden. Die rund 500 Kilogramm Mehl, die man hierfür verwendet, werden jeweils vom Ehrenobmann der Zunft gespendet.

Es bleibt aber nicht beim Umzug alleine. Die Zünfter besuchen auch Kindergärten und ein auserwähltes Altersheim, das mit einem grossen Zopf beschenkt wird.

Von den ursprünglich 12 Zuger Zünften im Mittelalter sind dereinst nur noch fünf übriggeblieben. Die Zunft der Bäcker, Müller und Zuckerbäcker wurde 1688 gegründet und  hat überlebt. Der Bäckermöhli-Brauch selber ist erst 200 Jahre alt.

Autor/in: daue/Zurk, Redaktion: Kurt Zurfluh