Das Delir: ein akuter Verwirrungszustand

Gesundheit

Plötzlich orientierungslos, plötzlich wirres Sprechen, plötzlich Wahnvorstellungen, plötzlich ein anderer Mensch. Das Delir ist ein häufig unterschätztes und übersehenes Phänomen. Und das Nichterkennen kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Eine Frau sitzt am Bett eines schlafenden Patienten.
Bildlegende: Eine gewohnte Umgebung und gewohnte Stimmen sind wichtig für einen Patienten, der plötzlich verwirrt ist. colourbox

«Besonders nach einer schweren Erkrankung oder einer grossen Operation kann dieser akute Verwirrtheitszustand auftreten», erklärt Hausarzt Christoph Stirnimann. «Man geht davon aus, dass die Entzündungsprozesse im Körper dazu führen, dass das Gehirn die Funktion des Denkens nicht mehr richtig ausführen kann und es so zu Wahrnehmungsstörungen kommt.»

Es hilft gewöhnlich, eine gewohnte Umgebung zu schaffen, damit der Patient die Möglichkeit bekommt, sich wohl und sicher zu fühlen.

Wichtig wäre es, das Delir frühzeitig zu erkennen, um weitere Abbauprozesse im Gehirn zu verhindern. Dieses frühzeitige Erkennen ist aber nicht immer einfach. Besonders das hypoaktive, also das stille Delir wird häufig mit einer starken Müdigkeit oder einer Demenz fehlinterpretiert.

Moderation: Martin Wittwer, Redaktion: Brigitte Wenger