Die Macht der Glücksbringer

Senioren

Ein kleines rosa Schwein, ein vierblättriges Kleeblatt oder eine Kaminfeger-Puppe: Mit den besten Wünsche fürs Neue Jahr werden gerne auch Glücksbringer verschenkt. Die können tatsächlich halten, was sie versprechen, weil sie zu positivem Denken anregen.

Versprechen jede Menge Glück: Ein Kaminfeger mit einem vierblättrigen Kleeblatt auf einem Topf voller Münzen.
Bildlegende: Versprechen jede Menge Glück: Ein Kaminfeger mit einem vierblättrigen Kleeblatt auf einem Topf voller Münzen. colourbox

Vivienne Posch ist Personal Coach und für das Europäische Insitut für Glücksforschung tätig. Glücksbringer können sehr wohl funktionieren, meint sie im Gespräch mit Pia Kaeser, weil der Glaube daran, auch unser Unterbewusstsein beeinflusst. Natürlich stellt sich dann die Frage, ob nun der Glücksbringer selber oder die damit verbundenen guten Gedanken dafür verantwortlich sind, dass man Glück erlebt.

Mit den Glücksbringern zum Jahreswechsel will man in erster Linie Freude bereiten. Der Glaube daran kann Positives bewirken, muss aber nicht. Denn Glücksbringer sind keine Wunderwerkzeuge. Enthält unser Unterbewusstsein zum Beispiel die Botschaft, dass wir Glück nicht verdienen, wird auch ein Rosa Schweinchen daran nichts ändern können.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Zeitlupe werden ein paar der gängigen Glücksbringer vorgestellt:

  • Einräppler: Er verspricht Glück in finanziellen Angelegenheiten. Hat man ihn im Portemonnaie sollte der Geldsegen nie ganz ausgehen.
  • Marienkäfer: Glück brachte der Marienkäfer den Bauern, denn seit jeher wussten diese um seine Nützlichkeit: Das kleine Wesen vertilgt jeden Tag über hundert Blatt- und Schildläuse. Im Mittelalter weihte man ihn der Jungfrau Maria, war man doch überzeugt, dass er als Geschenk der Gottesmutter kam. Er gilt als ihr Lieblingstier und Himmelsbote daher kommt auch sein Name.
  • Hufeisen: Zum Glücksbringer wurde das Hufeisen in verschiedenen Kulturen, weil es zum besonderen Schutz des wertvollen und hoch geachteten Pferdes diente. Dieses war vielerorts ein so kostbares Gut, dass es mit allen Mitteln gepflegt und geschützt wurde. Über einer Stall- oder Haustüre befestigt, sollte es Haus und Hof beschützen und bösen Geistern den Zugang verwehren.
  • Glücksschwein: Glücklich war, wer ein oder mehrere Schweine besass, denn dank ihnen verfügte er über Reichtum, Wohlstand und genügend Nahrung. Bei mittelalterlichen Wettbewerben gab es für den Letzten oft ein Schwein als Trostpreis auf dieses unverdiente Glück geht die Redensart «Schwein gehabt» zurück.
  • Kaminfeger: Glück brachte schon vor Jahrhunderten der Kaminfeger, wenn er regelmässig und rechtzeitig ins Haus kam und den Schornstein fegte. Ein sauberer Rauchabzug war Voraussetzung für eine rauchfreie Küche, fürs Kochen und fürs Heizen. Verstopfte Kamine hingegen konnten einen Kaminbrand entfachen und in den engen Häuserzeilen der Städte auf andere Häuser übergreifen.

Moderation: Jörg Stoller, Redaktion: Pia Kaeser