Einmachen, dörren und räuchern wie früher

Brauchtum

Das ganze Jahr über sind die Regale im Supermarkt gefüllt. Auch exotische Früchte oder Gemüse erhält man im Winter ohne Probleme. Früher musste man da schon im Herbst sorgsam mit seinen Nahrungsmitteln umgehen und vorausplanen. Im «Nutli Hüschi» in Klosters erfährt man die Tricks von damals.

Trockenfrüchte wie gedörrte Aprikosen oder Äpfel waren früher nicht nur wichtige Vitaminspender, sondern schmeckten auch noch lecker.
Bildlegende: Trockenfrüchte wie gedörrte Aprikosen oder Äpfel waren früher nicht nur wichtige Vitaminspender, sondern schmeckten auch noch lecker. Colourbox

Sauerkraut, diese Vitaminbombe war vor einigen hundert Jahren das A und O um über den Winter zu kommen. In jedem gut geführten Bauernhaus stand ein ganzes Fass voll davon im Keller. Hier war es schön kühl und trocken. Nebst Sauerkraut waren auch Kartoffeln, Karotten und rote Beete vor Umwelteinflüssen geschützt.

Früchte wiederum wurden an der Sonne gedörrt oder in ein Gefäss mit Zucker eingelegt und luftdicht mit Pergamentpapier verschlossen. Fleisch salzte man zuerst in einer speziellen Lauge und hing es dann zum Räuchern in den Kamin. Ein besonders schönes Exemplar davon, kann man im Prättigau bestaunen: In Klosters Serneus.

Hier  baute Christian Nutli vor knapp 450 Jahren sein schmuckes Heim, das «Nutli Hüschi». Das prächtige Walserhaus war noch bis ins 19. Jahrhundert bewohnt und wurde in der zwischenzeit zum Museum umfunktioniert.

Auf einer  Führung kann man die Lebensweise von damals nachempfinden. Besonders eindrücklich aber ist es, wie unsere Vorfahren hier auf dem Land zu ihren Nahrungsmitteln Sorge trugen.Weggeworfen wurde nur selten etwas. Sogar Schweineschwänzchen gelangten auf den Teller. Bon appetit!

Moderation: Joel Gilgen, Redaktion: Susanne Sturzenegger