Epilepsie im Alter

Gesundheit

Ein Sturz, teilnahmsloses, richtig abwesendes Dasitzen, Verwirrtheit oder Gedächtnislücken – all das kann auf eine Epilepsie hinweisen. Gerade weil es nicht einfach ist, eine Altersepilepsie festzustellen, kommen viele ältere Menschen nicht in den Genuss der richtigen Behandlung.

Senior hält sich unter Schmerzen Hand an Kopf
Bildlegende: Die Beschwerden einer Epilepsie äussern sich unterschiedlich. Colourbox

Sonja Baumann ist diplomierte Pflegeexpertin mit Masterabschluss und arbeitet im Wohn- und Pflegezentrum Zollikon. Sie empfiehlt, erst dann einen Arzt aufzusuchen, wenn jemand häufiger stolpert, über Schwindel klagt oder immer weider abwesend am Tisch sitzt.

Dennoch: «Häufig wird eine Epilepsie mit anderen Krankheiten verwechselt. Zum Beispiel mit einer Diabeteserkrankung oder Herz-Rhythmusstörungen», sagt die Expertin. Und ältere Leute stolpern gerne mal über die Teppichkante oder einen Schemel. «Ich sage da immer: Lieber einmal zu viel zum Arzt gehen, als einmal zu wenig», so Baumann.

Aber auch der Betroffene selber kann einen epileptischen Anfall erkennen. Sonja Baumann spricht da von der sogenannten Aura. «Vor dem Sturz oder vor dem Bewusstseinsverlust entsteht ein komischer Geschmack im Mund oder jemand sieht Sternchen vor den Augen oder in den Ohren rauscht plötzlich das Blut. Das sind typische Anzeichen für eine epileptischen Anfall.»

Eine Altersepilepsie kann man nicht vorbeugen. Aber im Sinne der Sturzprohylaxe sind Muskeln wichtig. Deshalb: Regelmässig gehen, sich bewegen oder gar ein bisschen Sport treiben. So fällt jemand vielleicht etwas sanfter und die Knochen bleiben heil.

Redaktion: Regula Zehnder