Homöopathie: Mit Globuli gegen Schnupfen und Fieber

Gesundheit

Die kalte Jahreszeit ist im Anmarsch. Wer bei Grippe und Fieber nicht auf schulmedizinische Medikamente setzen will, der schwört vielleicht auf die heilende Wirkung von Globuli. Woher kommen diese homöopathischen Medikamente, was steckt drin und was dahinter?

Samuel Hahnemann: Begründer der Homöopathie.
Bildlegende: Samuel Hahnemann: Begründer der Homöopathie. wikipedia

Die homöopathischen kleinen runden, weissen Kügelchen, genannt Globuli, gehen zurück ins 18. Jahrhundert, erzählt die Homöopathin Fabienne Gigandet: Damals hinterfragte der deutsche Arzt Samuel Hahnemann die Wirkung der Chinarinde. Diese wurde seinerzeit erfolgreich gegen Malaria eingesetzt. Warum sie Wirkung zeigte, war aber nicht ganz klar.

Dies verleitete Samuel Hahnemann zu einem Experiment: Er ass Chinarinde und beobachtet ganz genau, was passiert. Erstaunlicherweise zeigte er nach Einnahme der Chinarinde alle typischen Symptome einer Malariaerkrankung obwohl er vorher kerngesund war. Dies verleitete ihn zur Annahme des Ähnlichkeitsprinzipes, welches noch heute eine der Grundlagen in der Homöopathischen Medizin ist.

Das Ähnlichkeitsprinzip

Konkret heisst das: Ein Heilmittel wirkt bei einem Kranken gegen genau diejenigen Symptome, die es bei einem Gesunden verursachen würde. Nimmt man das Beispiel der Küchenzwiebel, erklärt Fabienne Gigandet, sähe man dies eindrücklich: Beim Zwiebelschneiden tränen die Augen und fliesst die Nase. Mit kaltem Wasser abspülen oder das Fenster öffnen und frische Luft hereinlassen, könne etwas Erleichterung schaffen.

Dies alles zusammen ergäbe in der Homopathie, dass der Wirkstoff der Küchenzwiebel gegen einen klassischen Fliess-Schnupfen im Winter oder gegen allergischen Schnupfen im Frühling helfe. Und so werden auch heute noch neue Medikamente an gesunden Personen getestet und aus deren Reaktionen abgeleitet, wogegen sie helfen.

Globuli, Tabletten und Tropfen

Die Heilmittel der Homöopathie bestehen zu 80 Prozent aus Pflanzen, zu ca. 15 Prozent aus Mineralien, wozu auch Metalle wie Gold gehören, und zu einem kleinen Teil aus tierischen Produkten. Sie werden als kleine, weisse Kügelchen verabreicht, in der Fachsprache Globuli, als Tropfen oder Tabletten. Wichtig sei, betont Fabienne Gigandet, dass sie über die Schleimhäute aufgenommen werden. Der Erfolg der Homöopathie liege vor allem darin, dass nicht nur die Symptome, sondern der ganze Mensch sehr individuell betrachtet werde. Deswegen könne eine Erstabklärung gut und gerne über eine Stunde dauern.

Redaktion: Rachel Honegger