Mysterium Seitenstechen

Gesundheit

So schnell, wie es da ist, ist es wieder weg: Das Seitenstechen. Woher es kommt, darüber ist sich die Medizin bis heute nicht einig. Soviel ist sicher: Es ist nicht gefährlich und es geht von selber wieder weg.

Eine Frau drückt ihre Hände seitlich an die Taille.
Bildlegende: Gegen Seitenstechen hilft, sich zu strecken oder einzuknicken, je nachdem was einem besser tut. colourbox

Eine Theorie besagt, das Zwerchfell sei für diesen stechenden Schmerz unterhalb des Rippenbogens verantworltich. Bei Anstrengungen wie schnell gehen, joggen oder wandern werde dieses gequetscht. Das hält Martin Schär, Hausarzt, Sportarzt und Mannschaftsarzt des SCB, des Schlittschuhclub Bern, eher für unwahrscheinlich. «Das Zwerchfell brauchen wir ja ständig zum Atmen. Es ist gewissermassen gut trainiert.» Einleuchtender ist für Schär, dass die Wirbelsäule, bedingt durch die vorgebeugte Haltung das Seitenstechen verursacht. «Interessanterweise haben auch Reiter Seitenstechen, was gegen die Theorie des falschen Atmens spricht, aber umso mehr für die falsche Haltung.»

Seitenstechen trifft alle, sagt Schär: Schlanke, fülligere, alte, junge, trainierte und untrainierte. Auch seine Hockeyspieler klagen schon mal über Seitenstechen. Sicher sind trainierte eher verschont. Und Kinder trifft es auch häufiger. «Die rennen einfach los und sind viel in Bewegung, was sie anfälliger macht.»

Gegen Seitenstechen hilft, sich zu strecken oder einzuknicken, je nachdem was einem besser tut. Oder die Zeit: Seitenstechen geht nach ein paar Minuten von selber wieder weg.

Redaktion: Regula Zehnder