Nüünichlingler ziehen mit viel Lärm durch Ziefen

Brauchtum

Die Nüünichlingler gehören zur Familie der Lärmbräuche des Mittwinters. In langen dunklen Nächten des Dezembers waren vielerorts in Europa Maskengestalten in Pelzen oder Kuhhäuten unterwegs, die mit Peitschen, Ketten oder Glocken lärmend durch die Strassen zogen.

Der «Bäsemaa» der Nüünichlingler führt die Prozession durchs Dorf an.
Bildlegende: Der «Bäsemaa» der Nüünichlingler führt die Prozession durchs Dorf an. Fünflibertal Tourismus

Am Abend des 24. Dezembers versammeln sich Männer, in schwarze Mäntel gehüllt, auf dem «Hubel» oberhalb des Dorfes. Mit dem letzten Neunuhrschlag setzt sich der Zug in Bewegung, angeführt vom «Bäsemaa».

Der «Bäsemaa» trägt als einziger einen weissen Bart und führt eine lange Stange mit sich, an der ein Russlappen hängt. Die anderen Männer tragen bis zu vier Meter hohe Zylinder. Um ihren Hals hängen grosse Glocken, die im Takt der Schritte gleichmässig erschallen.

In Ziefen wurden die Nüünichlinger 1834 zum ersten Mal erwähnt. Der damalige Dorfpfarrer äusserte sich in einem Brief kritisch zum diesem Brauch. Er ermahnte dazu, Heiligabend mit Choralsingen und feierlichen Kirchglocken zu begehen, statt mit heidnischem Lärm.

Redaktion: Kurt Zurfluh