Roland Kohler: Der Waldboden als Notenblatt

Musik & Geschichten

Der 62-jährige Roland Kohler ist Musiker und passionierter Jäger. Die besten Ideen für neue Blasmusikkompositionen kommen ihm im Wald. So ist auch seine Polka «Immer wieder Blasmusik» im Wald entstanden. Als Notenpapier für die ersten Melodieidee diente damals der leicht matschige Waldboden.

Der Klarinettist trägt einen Strohhut und liegt bäuchlings auf dem Boden.
Bildlegende: Roland Kohler studierte Klarinette an der Musikhochschule Stuttgart. zvg

Im stillen Kämmerlein zu komponieren liegt Roland Kohler nicht. Die besten Ideen kommen ihm im Wald. Wenn er spaziert oder sich auf einen Baumstrunk setzt ist sein Kopf frei für Melodien. Manchmal möchte der passionierte Jäger im Wald aber auch einfach nur abschalten.

Genau so war es, als Roland Kohler vor einigen Jahren auf den Hochsitz kletterte und den Kopf leeren wollte. Doch eine Melodie setzte sich so in seinen Gedanken fest, dass er vom Hochsitz runter stieg, in den feuchten Waldboden Notenlinien zog und diese Melodie notierte um sie ja nicht zu vergessen. Dies half ihm, sich die Melodie einzuprägen und er konnte sie Stunden später zu Hause auf Notenpapier bringen. «Immer wieder Blasmusik» wurde einer seiner grössten Hits für Blaskapellen. Heutzutags hat Roland Kohler immer ein Blatt Papier dabei, wenn er auf den Hochsitz steigt.

Der Schwabe Roland Kohler ist Klarinettist und Komponist. Er hat sich nach dem Studium bewusst für die Blasmusik und gegen eine Laufbahn als Klarinettist in einem Sinfonieorchester entschieden. Gemeinsam mit Studienkollegen gründete er 1980 «Roland Kohler und seine neue böhmische Blasmusik». Die Formation ist bis heute erfolgreich unterwegs und präsentierte diesen Herbst eine weitere CD unter dem Titel «Immer gut drauf».