Schlafstörungen: Oft hausgemacht

Gesundheit

Guter Schlaf ist wichtig, etwa gleich wichtig wie Essen und Trinken. Wer also schlecht schläft, hat ein Problem. Etwa jede und jeder Zweite über 65 Jahre klagt über chronisch schlechten Schlaf. Schnell wird dann zur Tablette gegriffen. Dabei würden oft einfache Verhaltensänderungen helfen. 

Mittagsschlaf ja, aber höchstens 30 Minuten lang.
Bildlegende: Mittagsschlaf ja, aber höchstens 30 Minuten lang. colourbox.com

Schlafstörungen können medizinische Gründe haben, wie Atemprobleme, Bewegungsstörungen, Schmerzen oder andere Krankheiten. Häufig sind die Schlafprobleme jedoch hausgemacht und könnten relativ einfach überwunden werden.

Durchschlafen nicht nötig
Entgegen der gesellschaftlichen Meinung brauchen wir im Alter nicht weniger Schlaf als im Erwachsenenalter. Die Zeiten des Schlafes verschieben sich jedoch. Schlafen Erwerbstätige hauptsächlich nachts, schieben Senioren auch tagsüber immer wieder Schlaf- oder Ruhephasen ein. Dagegen ist nichts einzuwenden, jedoch verkürzt sich dann die Schlafdauer nachts entsprechend.

Ein weiterer Mythos ist, dass man nachts durchschlafen muss. Wer aufwacht, will sofort wieder einschlafen. Klappt dies nicht, ist man gestresst und verbindet dieses Gefühl mit der Schlafstätte. Chronische Schlafstörungen sind die Folge. Diese werden «erlernte Schlafstörungen» genannt.

Schlaf wie auf Piket
Ausserdem wird im Alter der «wachsame Schlaf» häufiger. Plagen einen Sorgen um die Gesundheit, finanzielle oder andere Probleme, schläft man wie auf Pikett: oberflächlich und jederzeit bereit um aufzuwachen.

Dagegen können einfache Verhaltensänderungen helfen:

  • Regelmässiger Tagesablauf: Stehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit auf, bauen Sie eine kurze, höchstens 30minütige Mittagspause ein und dämmern Sie abends nicht vor dem Fernseher ein.
  • Körperliche Aktivität: Seien Sie aktiv. Studien zeigen, dass Leute, die sich täglich bewegen, besser schlafen als Inaktive. Bewegung kann die gleiche Wirkung wie eine Schlaftablette haben, jedoch nur wenn man sich regelmässig bewegt und über längere Zeit.
  • Soziale Aktivität: Das Pflegen von sozialen Kontakten kann einen positiven Effekt auf die Schlafqualität haben.
  • Schlafunterbrüche nicht im Bett verbringen: Wer aufwacht, soll aufstehen. Gehen Sie während einem Schlafunterbruch in ein anderes Zimmer und machen Sie etwas Entspannendes. Setzen Sie sich hin (nicht liegen), lesen Sie ein Buch oder trinken Sie einen Tee. Wenn Sie sich wieder müde fühlen, können Sie wieder versuchen zu schlafen.

Redaktion: Brigitte Wenger