Schmerzen im Alter müssen nicht sein

Gesundheit

Schmerzen gehören zum Alter, denken Sie vielleicht. Oder vielleicht will man die Schmerzen nicht erwähnen, weil dies sonst eine Therapie oder gar einen Heimeintritt nach sich zieht. Aus diesen Gründen sind Schmerzen im Alter unterversorgt. Eine Herausforderung für Pflegende.

Eine Pflegerin hilft einem Senior aus dem Bett
Bildlegende: Je älter der Patient, desto wichtiger ist die Beobachtung seines Verhaltens. colourbox.com

Über 80-Jährige erhalten weniger Schmerzmittel wie Opiate als unter 80-Jährige. Und das, obwohl im Alter gesundheitliche Probleme und somit auch Schmerzen häufiger auftreten. Dies ist ein Widerspruch.

«Lange Zeit meinte man, wer Schmerzen nicht äussern kann, empfindet auch keine», erklärt Pflegeexpertin Ursula Wiesli, «heute weiss man jedoch, dass dies nicht so ist. Ältere Menschen oder gar Menschen mit Demenz sind jedoch noch immer mit Schmerzmitteln unterversorgt.»

Warum ältere Menschen nicht über ihre Schmerzen sprechen, kann verschiedene Gründe haben. Schmerzen gehören zum Alter, denken die Einen. Andere wollen nicht jammern oder vergessen wegen vielen Krankheiten die Schmerzen im Alltag.

Dass Menschen mit Demenz mit Schmerzmitteln unterversorgt sind, hat noch andere Gründe. Vielleicht finden sie nicht die richtigen Wörter (oder gar keine mehr), vielleicht wissen sie nicht mehr, dass das komische Gefühl ein Schmerz ist oder sie können den Zusammenhang zwischen dem Schmerz und dem eigenen Körper nicht mehr herstellen.

Für Pflegende bedeutet dies, dass sie ganz genau beobachten müssen. Dafür gibt es verschiedene Instrumente. Formulare, wo man die Beobachtungen aufschreiben kann, um dann mit Punktzahlen die Schmerz-Wahrscheinlichkeit zu eruieren. Angeschaut werden etwa die Körperhaltung, der Gesichtsausdruck, die Interaktion mit anderen oder die Emotionen. Geht man davon aus, dass jemand Schmerzen hat, werden vorsichtig Tabletten ausprobiert. Und die Beobachtungen gehen weiter.

Am wichtigsten ist es, ältere Menschen ernst zu nehmen, wenn sie über Schmerzen und Empfindungen sprechen. Und auch bei Menschen mit Demenz gibt es selten bis immer wieder leichte Momente, in denen sie klarer kommunizieren können.

Redaktion: Brigitte Wenger