Zoff im ÖV - wenn Senioren und Kinder aneinander geraten

Senioren

Im Tram ist es eng, stickig und unbequem. Man versteht  sein eigenes Wort kaum und trotzdem quitscht eine Gruppe Schüler lauthals herum. Das geht nicht nur auf die Nerven, da fühlen sich vor allem ältere  Menschen geradezu überfordert. Der Ärger ist vorprogrammiert.

Wer nicht mehr gut hört, fühlt sich durch Lärm zusätzlich beeinträchtigt; vor allem auch in engen Räumen oder im öffentlichen Verkehr.
Bildlegende: Wer nicht mehr gut hört, fühlt sich durch Lärm zusätzlich beeinträchtigt; vor allem auch in engen Räumen oder im öffentlichen Verkehr. Colourbox

«Wir wussten halt noch was sich gehörte! Von Erziehung haben Eltern heute ja keine Ahnung mehr», beklagt sich eine betagte Dame. Verständnislos richtet sie ihren Blick dabei auf die  Schülergruppe. Diese scheint das gar nicht zu stören, im Gegenteil! Stinkfrech breiten sie ihre schmutzigen Schuhe auf den Sitzpolstern aus und albern herum.

Haben Kinder und Jugendliche von heute den Respekt vor ihren Mitmenschen verloren?

 Vielleicht war die Erziehung früher halt wirklich besser. «Nicht unbedingt», meint Psychologin Bettina Ugolini. Die Wertvorstellungen verändern sich nun einmal von Generation zu Generation. Da wo früher Kinder gehorsam und ruhig sein mussten, dürfen sie heute offen und lebhaft sein. Dies aber nur ein Aspekt, der für Missverständnisse sorgt.

Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen gesundheitliche Beschwerden haben ,die sie eh schon einschränken. In der Hektik des öffentlichen Verkehrs können «unflätige» Kinder dann noch der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Toleranz heisst hier die Lösung. Laut Bettina Ugolini kann man diese sogar erlernen.

Autor/in: daue, Redaktion: Pia Kaeser