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Aktuell 400 Milliarden Dollar für 30 Jahre Gas

Nach jahrzehntelangen Verhandlungen hat Russlands Staatskonzern Gazprom mit China ein Abkommen über 400 Milliarden Dollar unterzeichnet. Westeuropa bangt. Woher wird es in Zukunft sein Gas beziehen? Der Beitrag «Gas Monopoly» hakt nach.

Legende: Video «Gas Monopoly» – Der Film zur Aktualität abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Vom 16.10.2013.

Die Vereinbarung zwischen Gazprom und dem chinesischen Öl- und Gaskonzern CNPC sieht Gaslieferungen über eine neue Pipeline vor, die Russland und China verbindet. Von 2018 an soll der russische Energieriese dem Reich der Mitte mindestens 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr liefern. Insgesamt belaufen sich die Zahlungen für 30 Jahre auf rund 400 Milliarden US-Dollar.

Gefährliche Abhängigkeiten

Beobachter hatten vermutet, dass der Ukraine-Konflikt Russland zu weitreichenden Zugeständnissen in den Verhandlungen bringen könnte. Angesichts des Streits mit dem Westen bezüglich der Ukraine fürchtet Russland um seine Gasgeschäfte mit Europa und versucht verstärkt neue Einnahmequellen in Asien zu erschliessen.

Journalist Martin Leidenfrost mit einem blauen Helm vor einer industriellen Anlage.
Legende: Woher bezieht Europa in Zukunft sein Gas? An den neuralgischen Punkten des internationalen Gasgeschäfts sucht der Journalist Martin Leidenfrost nach Antworten. SRF

Die EU-Kommission ermahnte Gazprom, die Gaslieferungen nach Westeuropa sicherzustellen. Der Konzern trage die Verantwortung dafür, die Lieferungen «wie in den Versorgungsverträgen mit europäischen Firmen vereinbart sicherzustellen», schrieb EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch an den russischen Präsident Wladimir Putin.

Geopolitische Debatten im Klassenzimmer

Spätestens seit der russisch-ukrainischen Krise von 2009, als die Gaslieferung von Russland in die EU unterbrochen war, will Europa die Zufuhr aus dem Osten diversifizieren. Woher wird Europa in Zukunft Gas beziehen? Dieser Frage geht der «SRF mySchool»-Beitrag «Gas Monopoly» auf den Grund.

Das umfangreiche Unterrichtsmaterial gewährt Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das umstrittene Gasgeschäft. Mit dem Spiel «PIPELINE» vertiefen sie ihre Kenntnisse zum Thema Rohstoffversorgung. Ziel der Spieler ist, die Nabucco-Pipeline für den Gastransport nach Europa zu bauen. Mit Geld und Macht nehmen sie Einfluss. Gefragt ist neben etwas Glück auch Wissen und Verhandlungsgeschick.