Helfende Hände an der Ostfront

Der Erste Weltkrieg brachte unermessliches Leid über Europa. Viele Schweizer Pflegerinnen und Krankenschwestern reisten in die Kriegsgebiete, um zu helfen. So auch Mathilde Lejeune-Jehle. Was sie in Lazaretten in Österreich-Ungarn erlebte, machte sie zur überzeugten Pazifistin.

Im Februar 1915 verlässt Mathilde Lejeune-Jehle die Schweiz. Ihr Ziel: Leipnik, eine mährische Kleinstadt im damaligen Österreich-Ungarn. Hier im Kriegsgebiet ist die Not gross. Mit ihrem Einsatz in den Lazaretten nahe der Ostfront will die junge Schweizerin helfen.

Doch die Umstände sind widrig, die medizinische Einrichtung rudimentär. Operieren heisst vor allem eins: Amputieren. Mathildes Aufgabe dabei war, die zerfetzten und erfrorenen Körperteile zu halten, die ein Arzt abtrennte.

Insgesamt ein Jahr verbrachte sie in Kriegslazaretten nahe der Ostfront. Was sie da auf Operationspritschen und an Krankenbetten zu sehen und hören bekam, prägte sie ein Leben lang.

Humanitäres Engagement

Mathilde Lejeune war nicht die einzige junge Schweizer Frau, die es damals aus humanitären Gründen ins Ausland zog. Der Mangel an Pflegepersonal in den Kriegsgebieten war gross. Hinzu kommt, dass viele Krankenschwestern und Pflegerinnen hierzulande arbeitslos waren. Denn nach Ausbruch des Kriegs blieben ausländische Patienten aus und viele Sanatorien und Kurhäuser mussten schliessen.

Didaktik

Stufe: Sek II

Fächer: Geschichte

Stichwörter: Militärspital, Lazarett, Krankenschwester, Feldpostbriefe, Marthe Gosteli, humanitärer Einsatz, Rotes Kreuz, Österreich-Ungarn, Wien, Leipnik in Mähren, Ostfront, Amputation, Infektionen, Zensur.

Produktion: Sabine Bitter. Radio SRF 2 Kultur «Passage». 2014

Verkauf: Nicht im Angebot.

Audio on Demand: Unbegrenzt.

Unterrichtsmaterial