Kaspisches Gas für Europa

In wenigen Monaten wollen die Türkei und Aserbaidschan mit dem Bau der Transanatolischen Pipeline (Tanap) beginnen. Diese soll Europa mit Erdgas aus dem Kaspischen Meer versorgen.

Industriebauten auf dem Kaspischen Meer in Aserbeidschan.

Bildlegende: Energie aus dem Kapischen Meer. Bezieht Europa in Zukunft das benötigte Erdgas aus Aserbeidschan? SRF / FISCHERFILM, Richard Ladkani

Der türkische Ministerpräsident Recep Tyyip Erdogan will Anfang kommenden Jahres mit dem Bau der Transanatolischen Pipeline, kurz Tanap, beginnen. Bis 2018 soll diese fertiggestellt sein. Dies berichtete Erdogan am Mittwoch nach einem Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew in Ankara.

Eine Karte zeigt den Verlauf der Tanap.

Bildlegende: Das Grossprojekt TAP: Trans Adriatic Gas Pipeline. Sie soll dereinst auch von der Tanap versorgt werden. An der TAP hält der Konzern Axpo eine Beteiligung von 5 Prozent. Wikipedia / Genti77

Der Bau der 2000 Kilometer langen Pipeline wird rund sieben Milliarden Dollar verschlingen. Angezapft wird dabei das riesige Sha-Deniz-Gasfeld im Kaspischen Meer. Das kostbare Erdgas wird daraufhin nach Europa und in die Türkei transportiert. Nach Medienberichten soll Europa rund zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr über die Tanap beziehen. Zusätzliche sechs Milliarden Kubikmeter sind für die Türkei bestimmt.

Ein Teil des durch die Transanatolische Pipeline transportierte Gas soll künftig in die Trans Adriatic Pipeline (TAP) gelangen. An der TAP hält der Schweizer Energiekonzern Axpo eine Beteiligung von fünf Prozent.

Gefährliche Abhängigkeit

Die Förderung, die Versorgung und der Handel mit Erdgas ist ein Geschäft im Milliardenbereich. Die Akteure sind keine einfachen Handelsleute, sondern Politiker, Lobbyisten oder CEOs von internationalen Konzernen, die Verträge für Lebenszeiten abschliessen.

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Trailer: Gas Monopoly

1:31 min, vom 16.10.2013

Spätestens seit der russisch-ukrainischen Krise von 2009, als die Gaslieferung von Russland in die EU unterbrochen war, will Europa die Zufuhr aus dem Osten diversifizieren. Und schielt dabei nach Aserbeidschan.

Der Film «Gas Monopoly» zeigt die Reise eines Journalisten an die neuralgischen Punkte des internationalen Gasgeschäfts. Grosse Player wie der Chef des russischen Gasgiganten Gazprom oder der ehemalige deutsche Aussenminister Joschka Fischer kommen zu Wort. Das Thema wird kontrovers beleuchtet und mit attraktiven Bildern zugänglich gemacht.

Das umfangreiche Unterrichtsmaterial gewährt Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das umstrittene Gasgeschäft. Mit dem Spiel «PIPELINE» vertiefen sie ihre Kenntnisse zum Thema Rohstoffversorgung. Ziel der Spieler ist, die Nabucco-Pipeline für den Gastransport nach Europa zu bauen. Mit Geld und Macht nehmen sie Einfluss. Gefragt ist neben etwas Glück auch Wissen und Verhandlungsgeschick.

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