Kein Schadenersatz für Schwerstbehinderte

Seit fünf Jahren muss die 22jährige Céline Pfleger rund um die Uhr betreut werden. Damals erlitt sie eine Lungenembolie, die höchst wahrscheinlich auf die Einnahme der Anti-Baby-Pille zurückzuführen ist. Den Prozess gegen den Pharmakonzern Bayer hat die Familie verloren.

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Kampf gegen Pharmariese

15 min, aus Rundschau vom 6.11.2013

Die 22jährige, die seit einer Lungenembolie vor fünf Jahren schwer behindert ist, erhält keinen Schadenersatz vom Pharmakonzern Bayer. Das Bezirksgericht Zürich hat eine Klage der Familie abgewiesen.

Die Anti-Baby-Pille von Bayer.

Bildlegende: Die 22-jährige Céline hatte nur wenigen Wochen die Anti-Baby-Pille Yasmin von Bayer eingenommen. Keystone

Stattdessen soll sie 120 000 Franken Prozessentschädigung an Bayer zahlen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da die Familie den Fall ans Obergericht weitergezogen hat.

Die junge Frau hatte die Anti-Baby-Pille Yasmin wenige Wochen eingenommen und daraufhin eine Lungenembolie erlitten. Nun forderte die Familie 5,3 Millionen Franken Schadenersatz und 400 000 Franken Genugtuung vom Hersteller Bayer.

Zwei Todesfälle in diesem Jahr

Céline ist kein Einzelfall: Die Arzneimittelbehörde Swissmedic bestätigt gegenüber der «Rundschau», dass im laufenden Jahr in der Schweiz zwei Frauen an Lungenembolien gestorben sind – dies im Zusammenhang mit der Einnahme einer Anti-Baby-Pille mit dem Wirkstoff Drospirenon. Dieser ist in den Yasmin-Pillen und deren Generika enthalten.

Trotz des Risikos ist die Pille das meist verwendete Verhütungsmittel in den Industriestaaten. Alleine in der Schweiz nehmen 60 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 20 Jahren die Pille.

Der «SRF mySchool»-Beitrag «Die Pille» erzählt, wie man mit einem Klick und einem Schluck Wasser vor ungewollten Schwangerschaften geschützt ist, wie alles begann und mit welchen Risiken die Pille verbunden ist.

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