«Schwester, bitte vergessen Sie uns nicht!»

Schweizer Krankenschwestern und Lehrerinnen betreuten während des 2. Weltkrieges in Internierungslagern in Südfrankreich jüdische Kinder und Jugendliche. Sie versuchten, sie vor dem Hungertod und der Deportation durch die Nationalsozialisten zu retten.

Friedel Bohny-Reiter und 4 Kinder.

Bildlegende: 1941 kam Friedel Bohny-Reiter nach Rivesaltes. Zeitweise lebten in dem Internierungslager über 15'000 Menschen. Archiv für Zeitgeschichte, ETH Zürich: NL Friedel Bohny-Reiter / 12

Zu den freiwilligen Mitarbeiterinnen im Dienst der Schweizer Kinderhilfe gehörten die Krankenschwestern Friedel Bohny-Reiter und Anne-Marie Im Hof-Piguet. Die beiden Frauen schafften es, einzelne jüdische Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Doch ihr humanitäres Engagement gefiel den Schweizer Behörden nicht.

    • Friedel Bohny-Reiter

      Als Kinderkrankenschwester kam Friedel Bohny-Reiter (1912–2001) 1941 nach Rivesaltes. Hier in einem Internierungslager in Südfrankreich waren in 150 Baracken zeitweise über 15‘000 Menschen untergebracht. Sie betreute dort Roma-Kinder, spanische und jüdische Flüchtlinge. Darunter waren auch Kinder und Jugendliche, die in der Schweiz Zuflucht gesucht hatten, jedoch von Grenzbeamten abgewiesen wurden.

      2:45 min vom 28.4.2015

    • Fluchtweg durch die Hintertür

      Anne-Marie Im Hof-Piguet

      In Lausanne und Wien studierte Anne-Marie Im Hof-Piguet (1916–2010) französische und deutsche Sprache und Philosophie. Danach war sie für die Schweizer Kinderhilfe des Roten Kreuzes in Südfrankreich tätig. Im Schloss La Hille in der Nähe von Toulouse betreute sie zwischen 1942 und 1944 jüdische Flüchtlingskinder. Oft musste sie aber zusehen, wie diese deportiert wurden. 12 Menschen konnte sie das Leben retten. Ihr Engagement hörte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht auf. Noch bis ins hohe Alter setzte sich Anne-Marie Im Hof-Piguet für entrechtete und verfolgte Menschen ein.

      26 min, aus SRF mySchool vom 28.04.2015