Sexuelle Belästigung und neue Medien

Ein Nacktbild über WhatsApp oder ein obszönes Video via E-Mail. Die sexuelle Belästigung über neue Medien hat zugenommen. Dies belegt eine gross angelegte Studie der Universität Zürich. Die Zahlen seien «alarmierend» hoch.

Ein nackter Jugendlicher und eine Jugendliche posieren vor einer Kamera.

Bildlegende: Risiko «Sexting»: Sobald eigene, intime Fotos im Internet sind, landen diese schnell einmal in falsche Hände. Pro Juventute

In der Schweiz ist der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen «alarmierend» weit verbreitet. Dies berichten Mediziner der Universität, des Kinder- und des Unispitals Zürich. Weiter zeigt die Studie, dass die neuen Medien bei der Belästigung eine immer grössere Rolle spielen.

Zu diesen Schlüssen kommen die Forscher aufgrund einer repräsentativen Befragung von über 6000 Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Die Daten aus 22 Kantonen zeigen, dass zwei von fünf Mädchen und einer von sechs Jungen bereits einmal Opfer irgendeiner Form von sexueller Belästigung oder Missbrauch wurden.

Eine Vergleichbare Studie wurde zum letzten Mal Mitte der 1990er Jahre in Genf durchgeführt. Die Zahl der körperlichen Übergriffe ist seither etwa gleich geblieben. Zugenommen haben jedoch die Belästigungen über neue Medien. Bei diesen sind die Täter meistens jung und den Opfern oft bekannt.

Jugendrisiko «Sexting»

In der Studie nannten beide Geschlechter die sexuelle Belästigung via Internet am häufigsten. Fast jedes dritte Mädchen und jeder zehnte Junge hat diese zumindest einmal erlebt.

Für die Pro Juventute ist klar: Die Ergebnisse zeigen, dass neue Jugendrisiken wie «Sexting» Prävention und Aufklärung verlangen. Dazu führt die Stiftung derzeit eine Kampagne durch. Wichtig sei vor allem, dass die Kinder und Jugendlichen in den Schulen auf die Gefahren von WhatsApp, Facebook und Co. hingewiesen werden.

«SRF mySchool» bietet Lehrpersonen zu den Risiken und Chancen der neuen Medien eine breite Auswahl von Beiträgen - mit massgeschneidertem Unterrichtsmaterial.

Begleitmaterial zu Sexting

Begleitmaterial zu Sexting

Über WhatsApp oder Facebook tauschen Jugendliche eigene, intime Fotos und Filme. Viele vergessen dabei, dass im Netz die Kontrolle über die Bilder verloren geht. Dies kann zu Cyber-Mobbing oder Belästigungen führen. Das Kapitel «Wie geil ist das denn!?» aus dem Unterrichtsmaterial zur neuen Reihe «Erste Liebe» geht auf dieses Thema ein.

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