Biber haben Freunde

  • Donnerstag, 19. September 2013, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 19. September 2013, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 20. September 2013, 2:30 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 20. September 2013, 11:15 Uhr, SRF 1

Weshalb ein Nager den Menschen sympathisch ist

Kein anderes Tier, das die Schweiz nach seiner Ausrottung wieder besiedelt hat, verändert seinen Lebensraum so stark wie der Biber. Das ärgert viele, und sie tun das mit lauter Stimme kund. Dabei geht leicht vergessen, dass die Biber auch vielen Leuten Freude machen.

Es wird langsam Abend, die Sonne streift die letzten Baumwipfel, die sich im ruhigen Wasser spiegeln. Gut versteckt am Biberteich sitzt Ueli Iff. Er wartet, denn es ist Zeit für die Biber aus ihrem Bau zu kommen. „Tiere zu beobachten heisst Geduld haben und vor allem warten“, sagt Ueli Iff. Dann plötzlich taucht ein Biber auf. Er hält die Nase hoch, dreht eine kleine Runde, klettert aus dem Wasser und beginnt sich das Fell einzufetten. Am nächsten Morgen bei sich zu Hause hält Ueli Iff die Szene in seinem Skizzenbuch fest. „Ich habe auch schon versucht zu fotografieren, doch da muss ich mich viel zu stark auf die Technik konzentrieren“, sagt Ueli Iff.

Ueli Iff ist einer von vielen Leuten in der Schweiz, die sich intensiv mit den Bibern beschäftigen. So auch Vincent Chabloz, der einen ganzen Film über eine Biberfamilie am Neuenburgersee gedreht hat. Er hat die Tiere zwei Sommer lang begleitet und mit viel Geduld an sich gewöhnt. Durch das lange Beobachten kannte er bald die Schwimmrouten der Biber und konnte sie so auch unter Wasser filmen. Biber bei Tageslicht filmen, das geht nur im Sommer, wenn die Tage genügend lang sind. Im Winter verlassen die nachtaktiven Tiere ihren Bau erst bei Dunkelheit. Dafür sieht man ihre Spuren im Winter umso deutlicher. „Als wir vor zwanzig Jahren diese Spuren am Ufer bei Brugg entdeckten, dachten wir zuerst, Jugendliche hätten die Bäume mit Schnitzmessern bearbeitet“, erinnert sich Fredi Schären. Er war damals als Schreiner tätig und lüftete bald das Geheimnis um die gefällten und entrindeten Bäume. Seither haben es ihm die Biber angetan und auch drei weiteren Menschen, die «NETZ NATUR» in dieser Sendung vorstellt.

In der Sendung vom Mai 2013 hat sich «NETZ NATUR» den Konflikten zwischen Menschen und Bibern gewidmet. In dieser Sendung zeigt «NETZ NATUR» die Wichtigkeit dieser Tiere für ihre Umwelt und die Faszination, die das Schaffen der Biber auf viele Menschen in der Schweiz ausübt. Wie es aussähe, wenn man den Bibern in der Schweiz freien Lauf liesse, erlaubt eine Reise in den Nordosten Polens. Nach der beinahe vollständigen Ausrottung haben sich dort die Bestände durch Schutz und Wiederansiedlungen viel rascher als bei uns erholt und in manchen Regionen ist heute jeder noch so kleine Bach von Bibern besiedelt. So ist ein eindrückliches Netz von Feuchtgebieten entstanden, welches sich über Wald und Landschaft erstreckt und einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet.

NETZ NATUR