Ein tierisches Jahr

Monatliche Tiergeschichten der anderen Art

Der Rhythmus der Jahreszeiten bestimmt das Leben in der Natur. Auf Wärme und Reichhaltigkeit im Sommer folgen Kälte und Entbehrung im Winter. «NETZ NATUR» zeigt, wie die einheimischen Tiere diesen ständigen Wechsel überleben, und führt durch ein tierisches Schweizer Jahr.

Auf dem Bodensee überwintern Hunderttausende von Wasservögeln:
Tafel-, Kolben- und Reiherenten, aber auch Singschwäne und Gänsesäger. Bunt gemischt und mit ständigem Geschnatter verbringen sie hier die kalte Jahreszeit. Sie kommen aus dem Hohen Norden, wo sie im Frühjahr gebrütet und im Sommer ihre Jungen aufgezogen haben.

Während die einen im Winter zu uns kommen, weil es hier wärmer ist, verlassen uns andere, weil es ihnen auch bei uns zu kalt ist, zum Beispiel Singvögel, die hauptsächlich Insekten oder Früchte fressen - wie die Stare. Sie brüten in einzelnen Paaren in Mitteleuropa und fliegen dann im Herbst Richtung Süden, wo sie sich zu riesigen Schwärmen vereinen.

Doch nicht alle Tiere haben die Möglichkeit, der kalten Jahreszeit in wärmere Gebiete auszuweichen. Viele haben andere Überlebensstrategien: so die Hausspitzmaus. Sie ist den ganzen Winter über aktiv und frisst, so viel sie kann, um ihren hohen Energieverbrauch zu decken. Ganz anders macht es die Haselmaus: In einem warmen Nest verschläft sie in aller Ruhe den Winter.

Als wenig kuschelig erweisen sich die Raupen der Prozessionsspinnerfalter, die mit giftigen Haaren bewaffnet sind. Nach dem Schlüpfen im Herbst spinnen sie sich ein Nest aus Seidenfäden und verbringen dort zu Hunderten den Winter. Wer ihnen zu nahe kommt, dem wird ihre Giftigkeit schmerzhaft bewusst: Ihre langen Körperhaare, sogenannte Brennhaare, sind innen hohl und enthalten einen Giftstoff. Dringen die feinen Haare in die Haut eines Tieres oder eines Menschen ein, kommt es zu schmerzhaften Vergiftungsreaktionen. Wegen dieser Giftigkeit werden ihre Nester von den Bäumen entfernt, wenn die Gefahr besteht, dass Menschen mit den Raupen in Berührung kommen.

Im Frühling beginnt dann für die meisten Tiere die angenehme Zeit des Jahres. Feldhasen rennen in wilden Jagden über die Felder, Laubfrösche veranstalten laute Quak-Konzerte, und in naturbelassenen Wiesen zirpen die Grillen. Allen geht es nur um das eine: Und dazu nutzen sie die warme Jahreszeit. Tiere mit einer längeren Tragzeit, wie der Rothirsch, warten für die Paarung den Herbst ab. Gut genährt durch das reiche Nahrungsangebot im Sommer stecken sie ihre ganze Energie in ständiges Röhren, Imponieren und Kämpfen. «NETZ Natur» fasst ein ganzes Jahr in einer Sendung zusammen und zeigt zwölf tierische Höhepunkte - bekannte und unbekannte - aus der einheimischen Natur.

NETZ NATUR