NESSELTIERE

Leuchtqualle im Meer

Bildlegende: Schönes Ekel: Die bezaubernde Leuchtqualle ist im Mittelmeer für zahlreiche Nesselunfälle verantwortlich. NETZ NATUR ¦ SRF DOK

Quallen, Staatsquallen, Feuerkorallen und Seeanemonen fangen ihre Beute und verteidigen sich mit Hilfe von Nesselzellen. Das sind mikroskopisch kleine Zellen, welche bei Berührung ein Mini-Stilett abschiessen, einen winzigen Giftschlauch in die Wunde stossen und dadurch Gift abgeben. Bei einigen Arten, v.a. unter den Quallen, sind die Stilette dieser Giftkapseln lang genug, um die menschliche Haut zu durchdringen.

Etliche Arten können bei Berührung unzählige Nesselzellen abfeuern und auf der Haut grossflächig Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, Gewebszerstörung und in der Folge Narbenbildung und Hautverfärbung hervorrufen. Im Mittelmeer ist in diesem Zusammenhang vor allem die kleine lila oder violett gefärbte Leuchtqualle zu nennen.

Einige Quallenarten, v.a. in der Karibik und im Indopazifik, können schnell mittels potenter Herz- und Nervengifte lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen. Allen voran die gefährliche Würfelqualle, die in Australien in den letzten Jahrzehnten zu über 60 Todesfällen geführt hat. Aber auch die atlantische Form der Portugiesischen Galeere, eine sogenannte Staatsqualle mit bis zu 50 Meter langen Fangfäden, kann lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen.

Vorbeugende Massnahmen gegen Nesselung durch Quallen und Verwandte

  • Nicht ins Wasser, wo Quallen gehäuft auftreten. Quallen werden oft durch Strömungen gehäuft in Ufernähe getrieben.
  • Schnorcheln statt schwimmen. Wer mit der Tauchmaske schwimmt, sieht wo es Quallen hat.
  • Quallen nicht berühren. Weder im Wasser noch am Strand angeschwemmte Quallen berühren.
  • Beim Tauchen keine Korallen und keine Blumentiere berühren.
  • Tauchanzüge, langärmelige Shirts und Nylonstrumpfhosen tragen. Bedeckte Haut schützt in den Tropen vor zuviel Sonne und vor Quallen.
  • Kinder instruieren. Kinder über Quallen informieren und am Strand überwachen.

In Australien:

  • Lokale Warnhinweise beachten
  • Nur in durch Quallennetze gesicherten Arealen baden.
  • Dünne „Stinger Suits“ schützen vor Quallenvergiftungen.

Erste Hilfe bei Unfällen mit Quallen und anderen Nesseltieren

  • Retten - Opfer beruhigen und an Land bringen. Quallenverletzungen führen oft zu sehr starken Schmerzen und es besteht die Gefahr der Panik und des Ertrinkens.
  • Genesselte Stelle mit Essig übergiessen (Strandrestaurants!). Essig inaktiviert auf der Haut verbliebene Nesselzellen
  • Reste von Tentakeln mit trockenem Badetuch entfernen (dabei genesselte Stelle auf keinen Fall reiben, sondern tupfen!)
  • In schweren Fällen: Schonender Transport in ärztliche Behandlung
  • In leichten Fällen: Anwendung von Antihistamin-Salbe
  • In Australien: Sich vor Ort über spezielle Erste Hilfe bei Unfällen mit Würfelquallen informieren.