De profundis - das Collegium Novum Zürich

2009 verstarb in Berlin der Komponist Friedrich Goldmann. In seinem Nachlass befindet sich das Manuskript eines Werkes, das er 1975 komponiert hatte, während er in der Armee der DDR zwangsrekrutiert war: «De profundis». 

Diese Komposition ist als künstlerische Reaktion auf die Erfahrung von Unfreiheit und Repression unter der poststalinistischen Diktatur zu verstehen. An eine Aufführung war damals nicht zu denken, und bis heute ist «De profundis» nicht gespielt worden sicher vor allem wegen der ungewöhnlichen Besetzung, die den Titel wörtlich nimmt und die tiefen Register extrem betont.

Um dieses Werk aufführen zu können, haben sich mit dem Collegium Novum Zürich, dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik und dem Ensemble Contrechamps aus Genf Partner zusammengefunden, die einem ähnlichen inhaltlichen Ansatz folgen.

Bernd Alois Zimmermanns «Antiphonen» korrespondieren sowohl in der Besetzung als auch in ihrer Anlage als eine Art «geistliches Konzert» mit Goldmanns Werk. Diesen inhaltlichen Faden wird auch Martin Jaggi in seinem neuen Werk in eigener Weise fortspinnen ebenso wie die Werke von Klaus Lang und Brian Ferneyhough sich inhaltlich und klanglich in den Kontext dieses Programms einpassen werden.

Agieren die drei Ensembles bei den grossbesetzten Werken von Goldmann und Zimmermann gemeinsam, so werden sie bei den anderen Stücken jeweils als einzelne Klangkörper zu erleben sein.

Friedrich Goldmann: «De profundis» (1975, Uraufführung)
Martin Jaggi: «Mehrgarh» für Ensemble (2013, Uraufführung, Auftragswerk des CNZ)
Klaus Lang: «australien» (Uraufführung, Auftragswerk von ŒNM, CNZ und Contrechamps)
Brian Ferneyhough: «Incipits» für Ensemble (1996)
Bernd Alois Zimmermann: «Antiphonen» für Viola und Kammerorchester (1961)

Konzert vom 12.0.14, Studio Ernest Ansermet, Genf

Redaktion: Florian Hauser