Von Hsipaw nach Mandalay

  • Freitag, 11. September 2015, 21:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 11. September 2015, 21:00 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Samstag, 12. September 2015, 5:45 Uhr, SRF 1
    • Samstag, 19. September 2015, 12:10 Uhr, SRF 1

Nach China erreichen Barbara Lüthi und das «DOK»-Team Burma, das heutige Myanmar. Das Land litt jahrzehntelang unter einer Militärdiktatur. Heute hat Burma eine zivile Übergangsregierung, am 8. November 2015 finden die ersten demokratischen Wahlen statt.

Die «Old Burma Road» führt sie nach Hsipaw, einer beschaulichen Kleinstadt im Osten. Hier folgt sie den Spuren des letzten Shan-Prinzen und dessen österreichischer Frau. Eine dramatische Liebesgeschichte ohne Happy End, denn der Prinz, der sich für mehr Rechte für sein Volk einsetzte, war der autoritären Militärregierung ein Dorn im Auge. Anfangs der 60er Jahre wurde er verschleppt und ist seitdem verschollen. Bis heute denken viele Shan mit Wehmut an ihn.

Burma ist ein Zwerg zwischen den zwei Giganten China und Indien – aber beide Nationen sind begierig auf seine vielen Rohstoffen. Wie gross dieser Hunger nach Öl und Gas ist, zeigt sich Lüthi, als sie Menschen trifft, die ihr Land für den Bau einer Pipeline verkauft haben. Angesichts des kurzfristigen Gewinns vergessen diese aber, dass ihnen am Ende nichts bleibt, als wegzuziehen.

Eine spannende Zugreise führt die reisende Reporterin weiter nach Pyin Oo Lwin, der ehemaligen Sommerresidenz der britischen Kolonialherren. Ein Autor und Zeitzeuge zeigt ihr deren Erbe. Er ist überzeugt, dass Burma bis heute eine Kolonie sei, allerdings unter der Herrschaft der Chinesen.

Die nächste Station der Reise ist Mandalay, die ehemalige Königstadt. Hier begleitet Lüthi eine junge Frau, deren Eltern sie im Zug kennengelernt hat. Zusammen feiert man den Universitäts-Abschluss der Tochter, für alle ein grosser Tag.

Mandalay ist aber auch die Stadt der Goldschläger, die in mühseliger Arbeit von Hand hauchdünne Goldfolien herstellen, welche für die Verehrung Buddhas verwendet werden. Ein Werkstattbesuch gibt Einblick in einen der ältesten Berufe der Welt.

Im berühmten Kloster Mahagandayon trifft Lüthi Mönch Ashin Kelasa. Er hat unter anderem ein Buch über Buddhismus und Demokratie verfasst und unterweist Europäer in Meditation und buddhistischer Lebensweise. Burma wird eines Tages eine Demokratie sein, ist er überzeugt, allerdings habe es noch einen langen Weg vor sich.