Carlo Bergonzi - aus Verdis reicher Erde

Im Jahr 2000 erhielt Carlo Bergonzi den Gramophone's Lifetime Achievement Award als «grösster Verdi-Tenor des 20. Jahrhunderts». Ob es am Genius loci liegt, dass er ein Verdi-Sänger wurde? Denn unweit von Verdis Geburtsort Le Roncole kam er am 13.

Juli 1924 zur Welt, «in Verdis reicher Erde», wie der Bassist Nicolai Ghiaurov sagte.

Bergonzis Repertoire wird in der Tat von Verdis Opernhelden beherrscht und spiegelt seine stimmliche Entwicklung: vom lyrischen Herzog in «Rigoletto» bis zum dramatischen Othello.

Nach einer ursprünglichen Ausbildung zum Bariton wechselte Bergonzi 1951 ins Tenorfach und eroberte bald alle führenden Opernbühnen der Welt. Dank seiner ausgewogenen Gesangstechnik und dem Verzicht auf vokale Exzesse hatte er eine ungewöhnlich lange Bühnenkarriere. Noch mit weit über 70 Jahren trat er in Solokonzerten auf.

In «Parlando» äussert sich Bergonzi zu seiner Kunst und Karriere und lässt sich in einem Meisterkurs an der Academia Chigiana in Siena über die Schulter blicken.

Autor/in: Hildburg Heider