«Die Lebenden ruf ich, die Toten beklag ich»

Für einmal geht es nicht um zarte Musikerhände und elegante Konzertschuhe. Diesmal sind die Diven zwischen fünf und zehn Tonnen schwer und ihr Konzertsaal ungeheizt und ziemlich windig: Es sind die Glocken in ihren Glockenstuben.

Die grösste Glocke im Basler Münster, die sogenannte Papstglocke, läutet das alte Jahr aus und darf an allen hohen Feiertagen wie Weihnachten alleine vorläuten.
Bildlegende: Die grösste Glocke im Basler Münster, die sogenannte Papstglocke, läutet das alte Jahr aus und darf an allen hohen Feiertagen wie Weihnachten alleine vorläuten. Keystone

12 000 Glocken hängen in den schweizerischen Kirchtürmen. Von kleinen eindringlichen bis zu den mächtig dunkel dröhnenden kommen sie regelmässig zum Einsatz am Morgen, Mittag und Abend mit Geläut, oder wenn sie die Stunden schlagen.

Manche von ihnen klingen auch nach vielen Jahren noch in alter Frische, einige hingegen sind etwas heiser geworden, andere gar gesprungen. Dennoch verkünden sie weiterhin Leben und Tod, Krieg und Frieden, Feste und Feiern, und egal wie säkularisiert die Welt ist: Glocken und ihr Klang gehören zum Alltag.

Für diese Sendung ist Gabriela Kaegi zusammen mit dem Schweizer Glockenexperten Hans Jürg Gnehm auf Türme geklettert und hat Besuche gemacht in den Glockenstuben, wo die Tonkörper schwer und meistens unterbeschäftigt hängen und auf ihren grossen Auftritt warten.

Eine Reportage vom Hinterthurgau nach Basel und ins Bündnerland, über die Glocken im Basler Münster, in der Kirche Sitzberg im Tösstal und im Kloster Disentis.