«Galgaboda». Die letzten Bündner Hexen

Ein Musikhörstück von und mit Jürg Kienberger und Claudia Carigiet.

Eine alte Tuschezeichnung, die die Folterung einer Hexe darstellt.
Bildlegende: Auf dem «Galgaboda» wurden zahlreiche Hexen und ein Hexenmeister hingerichtet. Keystone

Die letzte Hexe im Bündner Averstal ist 1664 hingerichtet worden, auf dem Galgaboda, wie die Waldlichtung zwischen Cröt und Cresta heisst. Dort erinnert ein Gedenkstein an die verfolgten und gefolterten Frauen.

Das Schweizer Künstlerpaar Jürg Kienberger und Claudia Carigiet hat aus dem Stoff ein Musiktheater gestaltet, das auf Protokollen der Avner Hexenprozesse basiert und jetzt in einer Fassung für Radio SRF 2 Kultur zu hören ist.

Dem Duo geht es nicht um die realitätsnahe Abbildung historischer Tatsachen, es verknüpft vielmehr die brutale Geschichte mit unserer Gegenwart, indem es auch seine eigenen Paarbeziehung thematisiert. Der Musiker Kienberger bänkelsängerhaft mit Stimme, Glasharfe und Bontempi-Orgel, die Schauspielerin Carigiet mit Kräuterrezepten und als Hexe im Verhör.

Mitspieler sind auch die Geräusche eines alten Walserhofs im Averstal, Türeknarren, dumpfe Schritte. Das alles verwebt sich zu einem Klangstrom aus Worten, Geräuschen und Musik, das uns 350 Jahre später nicht nur wohlige Schauer den Rücken hinunterrieseln lässt.

Erstausstrahlung: 11.05.14

Redaktion: Lislot Frei