Giulietta Simionatos Weg vom Aschenputtel zur Operndiva

«Niemals hatte ich den Wunsch, Sängerin zu werden. Ich wusste nicht mal, dass es Theater gibt, wo die Leute singen!», erzählt Giulietta Simionato. Vor fast 100 Jahren wurde sie in Sardinien geboren, dort entdeckte sie schliesslich ihre Naturstimme und ihr komödiantisches Talent.

Doch nach ihrer Gesangsausbildung musste sie sich an der Mailänder Scala 20 Jahre lang als Einspringerin gedulden, bevor ihr mit 37 Jahren ein fulminanter Spätstart gelang. Endlich konnte sie ihre Traumrollen singen.

Insgesamt über 100 Rollen verlieh sie stimmliches und darstellerisches Profil. Giulietta Simionato gastierte an den führenden Opernhäusern der Welt, in Opern von Mozart bis Honegger, doch immer wieder kehrte sie an «ihr Theater» zurück: die Mailänder Scala.

Auf den Tag genau 30 Jahre nach ihrem Debüt stand sie am 24. Januar 1966 in Mailand zum letzten Mal auf der Opernbühne, eine Woche nach ihrer heimlichen Hochzeit mit Cesare Frugoni.

Giulietta Simionato lebte anschliessend zurückgezogen in Rom. Sie ist am 5. Mai, knapp eine Woche vor ihrem 100. Geburtstag, dort gestorben.

Autor/in: Hildburg Heider