Lilly Lieser - Porträt einer Wiener Mäzenin

Bislang war sie eine Fussnote der Musikgeschichte - keineswegs unbekannt, jedoch als so wenig bedeutend eingeschätzt, dass selbst ihr Briefwechsel mit Schönberg unediert liegen blieb.

Und doch - es war nicht wenig, was Lilly Lieser für Schönberg alles getan hat: Sie überliess ihm ihr Haus im Wiener Nobelbezirk Hietzing, gewährte ihm eine grosszügige monatliche Apanage, sorgte für all jene Annehmlichkeiten, die der sensible Komponist und seine erste Familie gern in Anspruch nahmen. Sie kaufte ihm ein Harmonium, eine exklusive Sonderanfertigung, zahlte es nicht nur, sondern wickelte auch den Kauf ab. Sie sprach für ihn im Ministerium vor, setzte sich für seine Konzerte ein. Lilly Lieser gab alles - und bekam nichts.