Italiens bleierne Jahre und der Tod Luigi di Sarros

Am 24. Februar 1979 wird, mitten im nächtlichen Rom, der 37-jährige Arzt und Künstler Luigi Di Sarro erschossen. Nicht von einem Banditen, sondern von einem Leibwächter des damaligen Ministerpräsidenten. Es war die fatale Folge eines Notgesetzes.

Carabinieri in Rom
Bildlegende: 1979 gewährte ein Notgesetz den Carabinieri weitgehend freie Hand imago / ZUMA Press

Auf dem Höhepunkt in den von Terroranschlägen geprägten «Bleiernen Jahre» gewährte dieses Notgesetz den Carabinieri weitgehend freie Hand. So war Di Sarros Tod kein Einzelfall: Hunderte unschuldige Italienerinnen und Italiener starben in jenen Jahren im Kugelhagel von Polizisten.

(Erstsendung 14.5.2010)

Autor/in: Nadja Fischer