Die Namen Gottes

Der Name Gottes ist so heilig, dass man ihn nicht aussprechen kann und das auch besser gar nicht erst versuchen sollte. «Du sollst den Namen Deines Gottes nicht missbrauchen!» In der Anrufung des Namens nämlich beschwört man Gott selbst. Da ist also Vorsicht geboten.

Betende Hände
Bildlegende: Der Name Gottes ist so heilig, dass man ihn nicht aussprechen kann und das auch besser gar nicht erst versuchen sollte. Keystone

Um den göttlichen Eigennamen nicht auszusprechen, sagen jüdische Gläubige drum oft einfach nur «HaShem», was «der Name» heisst. Im Islam hat sich ebenfalls eine Namensmystik ausgebildet. Mit 99 schönen Eigenschaften bezeichnen Muslime Gott, wohl wissend, dass wir Gott eben nicht zu fassen kriegen und darum auch nicht malen sollten.
Die Heiligkeit des Namen Gottes bewirkt, dass der Benennung von Menschen religiöse Bedeutung zukommt. In manch biblischem Namen steckt gar ein ganzes Lebensprogramm: Jakob wird umbenannt in «Israel» = «der mit Gott ringt», oder es wird etwas verheissen, etwa mit Jehoshua (Jesus), dass «Gott rettet». Solch biblisch fundierte Namens-theologie inspiriert auch die Berner Theologin Magdalene Frettlöh in ihrem zeitgenössischen Werk.

Redaktion: Judith Wipfler