Bunte Haare reizen nicht nur das Auge

Laut einer Verordnung des Bundesamts für Gesundheit BAG sind Haarfärbemittel für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet. Der Grund: Bestimmte chemische Inhaltsstoffe können allergische Reaktionen auslösen.

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Bunte Haare reizen nicht nur das Auge

3:13 min, aus Puls vom 14.11.2011

Feuerrot, Kupfergold, Tiefschwarz - trendige Haarfarben sind äusserst beliebt. Fast jede zweite Schweizerin färbt sich die Haare. Harmlos sind die Haarfärbemittel deshalb jedoch nicht: Experten schätzen, dass eine von vier Anwenderinnen, die sich regelmässig die Haare färben, eine allergische Reaktion entwickelt. Davon sind Erwachsene genauso betroffen wie Jugendliche.

p-Phenylendiamin

Besonders heikel sind dunkle Farben. Denn viele Haarfärbemittel für dunkle Farben enthalten den Inhaltsstoff p-Phenylendiamin (p-PD). Diese Chemikalie gewährleistet zwar eine intensive Farbe, gute Farbabdeckung und hohe Beständigkeit, sie gilt jedoch auch als stark allergieauslösend. So können nach dem Haarefärben starker Juckreiz, Rötungen, Schwellungen, Bläschen- und Knotenbildungen auftreten. Die Hautschäden ziehen sich trotz Therapie meist mehrere Tage bis Wochen hin.

Eine allergische Reaktion kann bereits nach der ersten Anwendung auftreten, aber auch erst Jahre später. Und selbst wenn man ein Produkt jahrelang gut vertragen hat, kann man plötzlich allergisch darauf reagieren.

Weitere heikle Inhaltsstoffe

Folgende Substanzen können ebenfalls Hautreaktionen und allergische Beschwerden auslösen:

  • Wasserstoffperoxid
  • Toluylendiamin
  • Aminophenol
  • Hydrochinon
  • Resorcin
  • Lyral

Blondiermittel enthalten zusätzlich Persulfate. Auch dieser Stoff fördert die Entstehung von Kontaktekzemen.

Kortison hilft

Zur Behandlung einer Kontaktallergie gegenüber Haarfärbemitteln kommen in erster Linie Lotionen, Cremes und Salben mit Kortison zum Einsatz. In besonders schweren Fällen muss sogar auf Kortison-Tabletten zurückgegriffen werden.

Wichtig: Wer auf p-PD einmal allergisch reagiert hat, wird diese Allergie sein Leben lang nicht wieder los und muss der Substanz fortan konsequent aus dem Weg gehen.

48 Stunden vor dem Färben an sich testen

Die Hersteller von Haarfärbemitteln sind sich der Problematik durchaus bewusst und warnen deshalb auf den Verpackungen und in den Gebrauchsanweisungen vor möglichen allergischen Reaktionen. Auf die allergieauslösenden Inhaltsstoffe können und wollen sie jedoch in den meisten Fällen nicht verzichten. Sie weisen deshalb auch daraufhin, dass 48 Stunden vor einer Anwendung des Haarfärbemittels ein Hautverträglichkeitstest durchgeführt werden soll. Dabei soll das Haarfärbemittel zunächst an einer kleinen Stelle hinter dem Ohr oder am Unterarm aufgetragen werden, um selber auszuprobieren, ob man allergisch reagiert.

Pflanzliche Produkte sind nicht immer eine Alternative

Wer auf die chemischen Haarfärbemittel allergisch reagiert, weicht oft auf pflanzliche Produkte aus. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Denn einige sogenannt pflanzliche Haarfärbemittel enthalten trotzdem chemische Inhaltsstoffe, zum Teil sogar das stark allergieauslösende p-PD. Aber auch rein pflanzliche Haarfärbemittel können Allergien auslösen. Denn auch pflanzliche Substanzen können allergen wirken.