Der Vorteil gefrorener Beeren

Beeren aus dem Tiefkühler schneiden bezüglich Vitaminen und Pilzsporen besser ab als frische Früchte. Zu diesem Ergebnis kam ein «saldo»-Test mit Heidel- und Himbeeren.

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Tiefgekühlt so gut wie frisch

0:29 min, aus Puls vom 13.10.2014

Worin stecken mehr Vitamine – in frischen oder gefrorenen Beeren? Wo finden sich mehr Schimmelsporen und Pestizide? Diesen Fragen ging das Konsumentenmagazin «saldo» nach.

Dazu wurden je fünf frische und tiefgekühlte Packungen mit Himbeeren und Heidelbeeren von verschiedenen Anbietern im Labor analysiert. In puncto Vitamine und Schimmelbelastung schnitten zwei tiefgekühlte Produkte am besten ab. Vor allem aber enthielten sie keine Pestizide. Die vier weiteren pestizidfreien Produkte waren allesamt «bio».

Alle anderen Beeren wiesen Rückstände von bis zu sechs verschiedenen Pestiziden auf – egal ob frisch oder tiefgekühlte. Über deren Auswirkungen auf die Gesundheit ist noch wenig bekannt. Gesetzliche Grenzwerte existieren nur für einzelne Pestizide, nicht aber für die Gesamtmenge aller Pestizide.

Heidelbeeren sind nicht so anfällig für Schimmel wie die Himbeere

Schimmel dagegen war vor allem ein Problem der frischen Beeren. Alle fünf frischen Himbeer-Packungen waren betroffen. Tiefgekühlte Produkte schnitten hinsichtlich hier klar besser ab, denn diese Beeren werden nach der Ernte direkt eingefroren. Anders frische Beeren: Sie kommen erst zwei Tage nach der Ernte in den Verkauf.

Trotz Kühlung vermehren sich in dieser Zeit verschiedene Schimmelarten. Besonders kritisch ist es, wenn die Beeren im Laden ungekühlt gelagert sind. Dennoch: Die gemessenen Schimmelbelastungen stellen für die Gesundheit noch keine Gefahr dar. Je höher aber die Anfangskeimzahl, desto schneller verderben die Beeren.

Bei frischen oder aufgetauten Beeren gehen zudem Vitamine während der Lagerung rasch verloren. Deshalb gilt: Je frischer man die Beeren isst, desto gesünder sind sie. Auch die Sorte, Bodenqualität und klimatischen Verhältnisse vor der Ernte spielen eine Rolle.

Tipps und Tricks

  • Beeren innert 24 Stunden konsumieren.
  • Beeren gekühlt aufbewahren, um ihre Haltbarkeit zu verlängern.
  • Verschimmelte Beeren wegwerfen. Unversehrte Früchte aus derselben Schale sind noch essbar.
  • Die meisten Beeren lassen sich tiefkühlen. Gefrorene Beeren nach dem Auftauen so schnell wie möglich weiterverarbeiten, um den Verlust an gesunden Stoffen zu reduzieren.
  • Pestizide lassen sich nicht wirklich von den Beeren abwaschen, denn immer mehr Pflanzenschutzmittel dringen in die Früchte ein. Wer die Aufnahme von Pestiziden reduzieren will, kauft am besten Bio-Beeren.

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