Fit bleiben trotz Handicap

Mit dem Alter nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit ab und nehmen die Beschwerden zu – umso wichtiger, in Bewegung zu bleiben! Albert Wettstein, alt Stadtarzt von Zürich, gibt im «Musikwelle Magazin» konkrete Tipps fürs angepasste Training.

Senioren planschen in einem Wasserbecken, während eine Sportinsktruktorin am Bassinrand eine Hantel waagrecht in die Luft hält.

Bildlegende: Im Wasser lässt sich besonders gelenkschonend trainieren. imago

Bewegung ist gesund – dagegen lässt sich nichts einwenden. Aber wie soll man sich bewegen, wenn sich die Altersbeschwerden immer stärker bemerkbar machen, die Beine nicht mehr so recht wollen und der Rücken schmerzt?


Körperlich eingeschränkt und trotzdem fit

5:23 min, aus Musikwelle Magazin vom 05.03.2015

Geriater Albert Wettstein, bis 2011 Chefarzt des Stadtärztlicher Diensts von Zürich, ist die Problematik bewusst. «Im Alter gibt es keine ganz gesunden Menschen mehr, wir alle haben unsere Beschwerden.» Er betont aber: «Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren zur langfristigen Erhaltung der Gesundheit. Bewegung trainiert Herz, Lunge, Kreislauf, aber auch Muskeln, Gelenke und Knochen.» Ohne dieses Training setzt eine Abwärtsspirale ein: Der Körper baut laufend ab und wird schwächer und schwächer.

Damit trotz den persönlichen Limiten ein gewisses Mass an Bewegung möglich ist, ist es wichtig, die Aktivitäten an die Möglichkeiten anzupassen. Bei Arthrosen beispielsweise empfehlen sich gelenkschonende Tätigkeiten wie Fahrradfahren, Aquafit oder Schwimmen, wo die schon beschädigten Gelenke nicht das Körpergewicht tragen müssen. So lassen sich Schmerzen vermeiden, die der persönlichen Motivation abträglich wären.

Sich fordern, aber nicht überfordern

Wie intensiv soll das Bewegungsprogramm sein? «Bewegen Sie sich insgesamt drei bis vier Stunden pro Woche so intensiv, dass Sie etwas ins Schnaufen oder Schwitzen kommen», empfiehlt Wettstein.

Selbst wenn einen die Beine gar nicht mehr tragen, steht das sportlicher Betätigung nicht grundsätzlich im Wege. «Aquafit ist auch da eine gute Option, oder man bedient sich der Maschinen eines Fitnessstudios», empfiehlt der Geriater. Und selbst im Rollstuhl lässt sich Sport treiben. «Wichtig ist da zudem, dass man sich nicht nur schieben lässt, sondern den Rollstuhl soweit möglich auch selber bewegt.»

Bei Rückenschmerzen: Laufen!

Die Empfehlung zu Rückenschmerzen: Laufen. «Sobald es die Schmerzen zulassen, sollte man aus dem Haus und laufen gehen», rät Albert Wettstein. «Ein schöner Spaziergang in normalem, zügigem Tempo ist für den Rücken das beste.» Häufig habe man nach ein, zwei Stunden Gehen weniger Schmerzen als wenn man den ganzen Tag zu Hause geblieben wäre.