Im Osterstau die Ruhe bewahren

Alle Jahre wieder zieht es uns an Ostern gen Süden – wider besseres Wissen, denn der Stau am Gotthard kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Fünf Tipps für eine möglichst stressfreie Reise an die Sonne.

Autofahrer macht aus dem Farhzeug heraus seinem Unmut Luft.

Bildlegende: Die Versuchung ist gross, im Stau Dampf abzulassen. Aber geht's dann schneller voran...? Colourbox

Egal wie das Wetter diesseits der Alpen ist: An Ostern treibt es Herr und Frau Deutschschweizer Jahr für Jahr in die Sonnenstube Tessin – am liebsten auf den eigenen vier Rädern. Die kilometerlange Blechlawine vor dem Nadelöhr Gotthard ist programmiert.

Stau stresst, und der ungesunde Effekt steigert sich klammheimlich. Zwar gaben bei einer Untersuchung 67 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer an, sich 20 Minuten nach der Ankunft nicht mehr gestresst zu fühlen – die Stressmarker in ihrem Speichel zeigten jedoch ein ganz anderes Bild. Kurzfristig können sich solche übermässig ausgeschütteten Stresshormone in Schwindel, Atemnot, Muskelschmerzen oder Brustschmerzen äussern. Sie führen aber auch zu psychischen Veränderungen (gesteigerte Erregbarkeit, unberechenbares Fahrverhalten) und haben negative Auswirkungen auf Blutdruck und Blutzuckerspiegel.

Fünf Tipps für eine möglichst stressfreie Reise

  1. Genug Vorbereitung: Legen Sie sich im voraus eine Route zurecht, ziehen Sie bereits Alternativen und Ausweichmöglichkeiten in Betracht und verfolgen Sie unterwegs die aktuelle Verkehrslage im Radio. Rechnen Sie für die Reise grosszügige Zeitreserven ein und besorgen Sie sich ein Navigationsgerät, damit Sie sich nicht auf einer Ausweichroute verirren.
  2. Genug Gelassenheit: Nehmen Sie die Situation, wie sie ist. Der Stau wird sich nicht schneller auflösen, weil Sie sich über ihn ärgern. Und ständiges Spurwechseln im Kolonnenverkehr bringt Sie auch nicht schneller ans Ziel. Also atmen Sie tief durch und hören Sie entspannende Musik. Singen hilft. Lachen auch.
  3. Genug Verpflegung: Nehmen Sie genügend Proviant mit (besser Wasser oder Tee als zuckerhaltige Limonade!). Im Stau kann die Zeit bis zur nächsten Raststätte ganz schön lang werden – und wahrscheinlich werden Sie dort dann auch nicht der einzige Gast sein.
  4. Genug Sonnenschutz: Auch wenn der Gedanke bei einer verregneten Abfahrt im Norden absurd erscheinen mag: Bei schönem Wetter verwandelt sich ein stehendes Fahrzeug schnell in einen Solargrill. Eine funktionierende Klimaanlage sorgt für erträgliche Temperaturen; Rollos, Folien oder Tücher an den Fenstern reduzieren die Sonneneinstrahlung.
  5. Genug Erholung: Nachts vor allen anderen starten und dann möglichst am Stück bis ans Ziel? Auf der langen Fahrt in den Süden ist der Sekundenschlaf eine tödliche Gefahr für Fahrer, Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer! Deshalb: Gehen Sie ausgeruht und gesund an den Start und legen Sie unterwegs regelmässig Pausen ein. Wenn sich die Müdigkeit bemerkbar macht, sofort anhalten und 15 Minuten «Turboschlaf».

Falls Sie das Stau-Pech in einem Tunnel ereilt

  • Am Stauende Warnblinkanlage einschalten
  • Das Fahrzeug nicht verlassen
  • Motor und Frischluftzufuhr ausschalten
  • Fenster geschlossen halten
  • Im Fahrzeug nicht rauchen
  • Durchsagen im Radio beachten