In den Kühlschrank oder nicht?

In Schweizer Haushalten landen viel zu viele Lebensmittel im Müll. Das lässt sich durch angemessenes Einkaufen verhindern, aber auch durch die richtige Lagerung der Esswaren.

Prall gefüllter Kühlschrank mit Doppeltüre

Bildlegende: Angebrauchte Lebensmittel sollten möglichst luftdicht verpackt werden. imago

Was früher nur mit mühsam herbeigeschleppten Eisblöcken und in tiefen Kellern möglich war, gehört heutzutage zum selbstverständlichen Inventar jeder Küche: Im Kühlschrank werden Einkäufe und Essensreste konstant kühl gehalten und so länger haltbar gemacht.

So praktisch diese Aufbewahrungsmöglichkeit auch ist – für manche Lebensmittel ist sie weniger gut geeignet als für andere. «Kartoffeln bekommt die Kälte im Kühlschrank zum Beispiel gar nicht gut», weiss Steffi Schlüchter von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. «Aber auch Auberginen, Tomaten, Gurken oder Peperoni lagert man besser nicht dort drin.» Je nachdem kann sich kühle Aussentemperaturen zunutze machen und Gemüse in einer Styroporbox auf dem Balkon lagern oder man nutzt ein kühles Kellerabteil.

Rüebli hingegen schätzen kalte Temperaturen um ein Grad Celsius sehr. Bewahrt man sie leicht angefeuchtet und möglichst luftdicht verpackt auf, halten sie sich im Kühlschrank oder ausserhalb gut und werden auch nicht gummig. Tomaten dagegen verlieren im Kühlschrank an Geschmack.

Viele Früchte vertragen Kälte schlecht

Ähnliches passiert mit vielen Früchten. Auch sie können oft ihren Geschmack einbüssen. Die Kälte kann auch dazu führen, dass Früchte unansehnlich werden. Bananenschalen zum Beispiel werden schwarz, während das Fruchtfleisch der Banane immer noch essbar ist.

Kälte ist bei angeschnittenen Zitronen oder angebrauchten Lebensmitteln wie Fleischkäse weniger das Problem. Hier sollte vor allem dafür gesorgt werden, dass sie nicht austrocknen – idealerweise mit einem Stück Klarsichtfolie oder durch Verpackung in eine luftdicht abschliessbare Kunststoffbox.

Vor allem für Obst, das ausserhalb des Kühlschranks gelagert wird, gilt: Liegt es zu nahe beieinander, kann das den Reifungsprozess beschleunigen. Speziell Äpfel sondern das Gas Ethylen ab, das den entsprechenden Effekt hat.

Auf die eigenen Sinne vertrauen

Auch bei sorgfältiger Verpackung kann es vorkommen, dass sich Lebensmittel im Kühlschrank mit der Zeit verändern. «Wenn beim angebrauchten Weichkäse etwas Weissschimmel auf die Schnittfläche wandert, ist dies nicht bedenklich», erklärt Steffi Schlüchter. «Wenn der Schimmel aber rötlich ist, die Oberfläche schmierig oder der Geruch unangenehm anders, würde ich mich eher gegen den Konsum entscheiden.»

Grundsätzlich vertritt die Ernährungsberaterin einen pragmatischen Ansatz: «Bevor man etwas entsorgt, sollte man erst einmal daran riechen, es anschauen und betasten. Unsere Sinne sagen uns sehr zuverlässig, ob etwas verdorben ist oder nicht.»

Was gehört im Kühlschank wohin?

Temperatur
Bereich
Nahrungsmittel
+5°C bis +8°CHauptfach, obenRäucherfleisch, Käse, Fertiggerichte, Speisereste, Kuchen, Eier
+4°CMitteMilch, Joghurt, Quark
0°C bis +2°Cauf der Glasplatte über dem GemüsefachFleisch, Wurst, Fisch, Weichtiere, Krustentiere, Lebensmittel mit dem Hinweis «Gekühlt aufbewahren»
+8°C bis +10°Cim Gemüsefach (Schublade)Gemüse: Artischocken, Blattgemüse, Blumenkohl, Broccoli, Erbsen, Karotten, Kohl, Radieschen, Rosenkohl, Randen, Sellerie, Spargel, Spinat, Zwiebel etc.


Früchte: Äpfel, Aprikosen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Kiwi, Nektarinen, Pflaumen, Pfirsiche, Trauben, Zwetschgen etc.
+10°C bis +12°Coben in der Tür
Butter, Margarine, Käse

in der Mitte der TüreKonfitüre, Mayonnaise, Senf, Ketchup, Saucen

unten in der TüreGetränke

Quelle: SGE