Quallen: Elegante Ferienverderber

Sie schweben anmutig durch das Wasser, können die Freude an den Badeferien aber empfindlich trüben. Der Kontakt mit Quallen kann tödlich enden, verläuft aber meist nur einigermassen schmerzhaft.

Quallen jagen und verteidigen sich mit Hilfe von Nesselzellen. Das sind mikroskopisch kleine Zellen, die bei Berührung ein Mini-Stilett abschiessen, einen winzigen Giftschlauch in die Wunde stossen und dadurch Gift abgeben.

Bei einigen Quallenarten sind die Stilette dieser Giftkapseln lang genug, um die menschliche Haut zu durchdringen. Der Kontakt mit den faszinierenden Meeresbewohnern verläuft deshalb nicht immer harmlos – gelegentlich kann er sogar tödlich enden. Und: Selbst tote Quallen sind nicht ungefährlich, denn auch sie verfügen noch über aktive Nesselzellen.

Wer von einer Qualle «genesselt» wird, sollte die betroffenen Körperstellen mit Essig oder sauberem Meerwasser abspülen und sie danach kühlen. Die Nesselkörper sollten auf keinen Fall mit Süsswasser oder Alkohol abgespült werden, da sie sonst noch mehr Gift in den Körper spritzen.

Bei Allergikern können Quallenkontakte zu allergischen Reaktionen bis hin zum allergischen Schock führen. Bei beginnender Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden sollte man einen Arzt aufsuchen. Lebensgefährlich bis tödlich ist der Kontakt mit den giftigsten Quallen: den Seewespen, den Würfelquallen sowie den portugiesischen Galeeren und Feuerquallen.

Vorbeugende Massnahmen

  • Nicht ins Wasser, wo Quallen gehäuft auftreten. Quallen werden oft durch Strömungen gehäuft in Ufernähe getrieben.
  • Schnorcheln statt schwimmen. Wer mit der Tauchmaske schwimmt, sieht eher, wo es Quallen hat.
  • Quallen nicht berühren. Weder im Wasser noch am Strand angeschwemmte Quallen berühren.
  • Beim Tauchen keine Korallen und keine Blumentiere berühren.
  • Tauchanzüge, langärmelige Shirts und Nylonstrumpfhosen tragen. Bedeckte Haut schützt in den Tropen vor zuviel Sonne und vor Quallen.
  • Kinder instruieren. Kinder über Quallen informieren und am Strand überwachen.

In Australien:

  • Lokale Warnhinweise beachten
  • Nur in durch Quallennetze gesicherten Arealen baden.
  • Dünne «Stinger Suits» schützen vor Quallenvergiftungen.

Erste Hilfe bei Unfällen mit Quallen und anderen Nesseltieren

  • Retten – Opfer beruhigen und an Land bringen. Quallenverletzungen führen oft zu sehr starken Schmerzen und es besteht die Gefahr der Panik und des Ertrinkens.
  • Genesselte Stelle mit Essig übergiessen (Strandrestaurants!). Essig inaktiviert auf der Haut verbliebene Nesselzellen
  • Reste von Tentakeln mit trockenem Badetuch entfernen (dabei genesselte Stelle auf keinen Fall reiben, sondern tupfen!)
  • In schweren Fällen: Schonender Transport in ärztliche Behandlung
  • In leichten Fällen: Anwendung von Antihistamin-Salbe

In Australien:

  • Sich vor Ort über spezielle Erste Hilfe bei Unfällen mit Würfelquallen informieren.