Wenn die Angst mitfliegt

Jeder dritte Flugreisende leidet unter mehr oder weniger ausgeprägter Flugangst. Tragödien wie der Germanwings-Absturz in Südfrankreich verstärken das bange Gefühl bei vielen noch. Was tun, wenn sich das Fliegen nicht vermeiden lässt?


Wenn die Angst mitfliegt

106 min, aus Treffpunkt vom 18.07.2013

Täglich sind fünf Millionen Menschen in einem Flugzeug unterwegs – statistisch gesehen dem sichersten Verkehrsmittel der Welt. Aber die Luft ist nicht der natürliche Lebensraum des Menschen. Der Gedanke an Tausende Meter «Nichts» zwischen sich und dem festen Boden hat durchaus etwas Beunruhigendes. Und Tragödien wie MH370 oder der Germanwings-Absturz in Südfrankreich erschüttern jedes Mal aufs neue unser abstraktes Vertrauen in die Wahrscheinlichkeit, dass «schon nichts passieren wird».

Dass man in diesem Umfeld einer bereits gebuchten Flugreise nicht besonders euphorisch entgegensieht, ist klar. Es gibt indes nicht wenige Menschen, die sogar aus Prinzip keinen Fuss in eine fliegende Maschine setzen würden – aber irgendwann nicht mehr darum herumkommen. Was tun?

Der «Treffpunkt» hat sich dem Thema Flugangst gewidmet. Im Studio zu Gast: Fränzi Salza, die 20 Jahre lang nie in ein Flugzeug gestiegen ist. Panik befiel sie bei der Vorstellung, eingesperrt zu sein, für mehrere Stunden nicht hinaus zu können. Mittlerweile ist sie auf bestem Wege, diese Angst ganz hinter sich zu lassen.

Ebenfalls im Studio: Bettina Schindler, die in Zusammenarbeit mit «Swiss» und «Edelweiss Air» Flugangst-Seminare mit jeweils bis zu zwölf Flugängstlichen durchführt. Sie beantwortet Hörerfragen und gibt Tipps, wie Sie trotz mulmigem Gefühl entspannt fliegen können.

Zehn Tipps gegen die Flugangst

Was tun, um in der Luft ruhig zu bleiben? Mit diesen Tipps lässt sich das unangenehme Gefühl besser kontrollieren:

  • Befassen Sie sich rechtzeitig vor der Reise mit dem Thema Flugangst. Es gibt verschiedene Literatur zum Thema. Bettina Schindler empfiehlt beispielsweise das Buch «Angstfrei fliegen. Das erprobte Step-by-Step-Programm».
  • Wer sich im Flugzeug eingeengt fühlt, sollte einen Gangplatz reservieren. Grundsätzlich sind Turbulenzen vorne im Flugzeug weniger stark zu spüren als hinten in der Maschine.
  • Vermeiden Sie Stress vor dem Abflug, da Stress die Angst erhöht. Rechtzeitiges Packen ist empfehlenswert. Zudem sollte man frühzeitig und ausgeruht am Flughafen sein.
  • Entspannungsübungen können helfen: Tief, ruhig und gleichmässig durch die Nase einatmen und durch den Mund doppelt so lange ausatmen.
  • Verzichten Sie vor dem Flug auf Alkohol. Wer Beruhigungsmittel einnehmen möchte, sollte dies vorher mit dem Arzt besprechen.
  • Trinken Sie während des Fluges viel Wasser und bewegen Sie sich ab und zu.
  • Wer an Flugangst leidet, sollte das Kabinenpersonal beim Abflug darüber informieren. Weil Flugangst sehr verbreitet ist, kennen die Angestellten der Fluggesellschaft das Problem.
  • Vertrauen hilft! Als Passagier sollte man versuchen, sich nicht in Katastrophengedanken hineinzusteigern. Vertrauen Sie darauf, dass Fliegen sicher ist und die Angst nachlassen wird.
  • Während des Fluges kann Ablenkung helfen: Lesen, Gespräche führen oder an die bevorstehenden Ferien denken.
  • Wenn es rüttelt, sollte man versuchen, daran zu denken, dass Flugzeuge zum Fliegen gebaut sind und Turbulenzen zwar unangenehm sind, aber keine Gefahr darstellen.