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Körper & Geist Brandopfer überlebt dank der Haut des Zwillingsbruders

Je mehr Haut verbrennt, desto geringer sind die Überlebenschancen. Erstmals konnte eine Person, deren Haut zu 95 Prozent verbrannt war, dank «Spenderhaut» gerettet werden.

Legende: Video Brandopfer überlebt dank Zwillingsbruder abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Puls vom 04.12.2017.

Französische Chirurgen haben einem Brandopfer das Leben gerettet, indem sie die nach eigenen Angaben umfassendste Hauttransplantation aller Zeiten durchführten. Dem Mann hatte ein Feuer 95 Prozent seiner Haut irreversibel verbrannt. Auf der gesamten Fläche wurde ihm in drei Operationen Haut seines eineiigen Zwillings transplantiert, wie die öffentlichen Krankenhäuser von Paris mitteilten.

«Franck, so heisst er, wurde im September 2016 eingeliefert, mit Verbrennungen dritten Grades von 95 Prozent seiner Haut», sagt Maurice Mimoun, Chirurg am Saint-Louis-Krankenhaus. «Jeder, der an dem Tag Dienst hatte, war niedergeschlagen, weil wir wussten, dass seine Überlebenschancen quasi bei null lagen.»

Zwilling als Hoffnungsträger

Doch am nächsten Tag sei Francks Familie ins Krankenhaus gekommen und mit ihr sein eineiiger Zwillingsbruder Eric. «Da gab es plötzlich grosse Hoffnung», sagt Mimoun. Denn anders als bei anderen Spendern stösst das Immunsystem eines Patienten transplantierte Haut von genetisch identischen Zwillingen nicht ab.

Eric liess sich insgesamt die Hälfte seiner Haut abnehmen, um das Leben seines Bruders zu retten, berichtete der Sender Franceinfo. Mit einer Spezialmaschine wurde sie gedehnt, um die verbrannten 95 Prozent bei Franck abdecken zu können.

Universalhaut könnte Leben retten

Eineiige Zwillinge sind selten, so dass eine solche Transplantation die Ausnahme bleiben dürfte. Das Glücken der Operation berge dennoch Hoffnung für alle Opfer grossflächiger Verbrennungen, sagt Mimoun: Wenn es sogenannte Universalhaut gäbe, die das Immunsystem nicht abstösst, könne ein Opfer auch mit so grossflächigen Verbrennungen gerettet werden. Daran forschen Wissenschaftler noch. Mimoun ist sicher: «Das ist kein Traum. Wir sind fast da.»

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