«Broken Heart» – Bricht das Herz, wird's lebensgefährlich

Vom gebrochenen Herzen ist meist in Beziehungsdingen die Rede. Den Begriff kennt man aber auch in der Medizin – als Bezeichnung einer lebensgefährlichen Situation mit Symptomen ähnlich einem Herzinfarkt.

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Gebrochenes Herz – Mehr als eine Redewendung

5:14 min, aus Puls vom 27.2.2017

Pro Jahr werden im Unispital Zürich rund 800 Menschen mit einem Herzinfarkt behandelt. Zur genauen Abklärung wird dabei via Katheter Kontrastmittel in die grossen Herzkranzgefässe gespritzt, um unter Röntgenbildgebung zu sehen, ob diese irgendwo verengt sind.

Besteht der Verdacht, dass es sich um ein Broken Heart handeln könnte, wird in einer weiteren Untersuchung Kontrastmittel in die Herzkammer gespritzt. Das ist der Fall, wenn ein Teil der Herzkammer nicht mehr richtig oder gar nicht mehr pumpt, während ein anderer Teil der Herzkammer versucht, durch übermässiges Pumpen den Verlust wett zu machen.

Broken Heart oder Takotsubo

Gut 40 Patienten mit einem Broken Heart werden jedes Jahr Im Unispital Zürich behandelt. In der Fachsprache reden die Ärzte dann von «Takotsubo». Die Namensgebung geht auf den Kardiologen Hikaru Sato aus Hiroshima zurück, der die Krankheit 1990 erstmals beschrieben hat.

Auf die Bezeichnung Takotsubo kam er, da ihn die Form des erkrankten Herzens an die gleichnamige aus Ton hergestellte, vasenähnliche Tintenfischfalle erinnerte.

Ursachen und Auslöser

Die Ursachen für ein Takotsubo oder Broken Heart sind nach wie vor nicht wirklich bekannt. Man vermutet erbliche Faktoren. Zudem spielen offensichtlich Alter und Geschlecht eine Rolle: 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen nach der Menopause.

Auslöser sind häufig emotionaler Stress wie der Todesfall eines nahestehenden Menschen, eine Trennung oder eine Umweltkatastrophe. Aber auch ein positives Ereignis kann zu einem Takotsubo oder Broken Heart führen. Und auch physischer Stress wie etwa eine Operation oder eine akute neurologische Erkrankung wie eine Hirmblutung können ein Auslöser sein.

Noch kein Therapie

Noch gibt es keine Behandlung für das Broken Heart. Das Herz muss sich von alleine wieder erholen. Und die Krankheit ist nicht ungefährlich: Fünf Prozent der Betroffenen sterben daran.

Deshalb ist es wichtig, dass die Diagnose mit Hilfe eines Katheterlabors richtig gestellt und der Patient überwacht wird, damit die Symptome wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder Gerinnsel, die sich durch die Pumpschwäche bilden können, rechtzeitig behandelt werden.

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